Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Vierter Jahrgang (1864)
- Issue
- Heft 3-4. (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite II (sequence 76)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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eines lucullischen Mahles willen nicht ein Wort aus dm Munde deS verehrten Rabbi versäumt hätte und daher auSgeharrt bis zum Amen nach dem üblichen den Bortrag beschließenden Rabbononkadisch, mußte diese seine löbliche Wißbegietde mit einer kalten Suppe am Tisch« deS freigebigen GlaubenSgenoss. n, wo er eben seinen ,,Tag" hatte, büßen. In die verschiedenen Häuser jüdischer Mecäne rannten nun die hungrigen Thalnmbjünger, um dort-ihr ihnen von der jüdischen Milde gereichtes Mittagsbrod einzunehmen, und nur Diejenigen die heute eben nicht so glücklich waren, einen ״Tag" d. h. einen Freitisch zu haden, schlichen mit knurrendeni Magen in einen jüdischen Bäckerladen um dort ein Groschenbrod zur Befriedigung ihres natürlichsten Bedürfnisses — geborgt — zu dekommen. — Ach, eS ist dies für einen armen Noch« ein sehr niederdrückendes Gefühl keinen ״Tag" zu haben, und eS können sich die jungen Studenten der Jetzzeit, denen die Opferfreudigkeit ihrer Eltern wohl oder Übel de» Tisch deckt, ehe sie dieselben für ein gewisses Studium bestimmen, kaum einen Begriff machen von dem Weh und dem Gefühle der Verlassenheit, das sich des arme» BochurS der damaligen Zeit oft bemächtigte, wenn er keinen ״Tag*' hatte. — Wohl war es Tag rings um ihn her, wohl goß die Sonne ihre leuchtenden, warNi»» Strahlen herab auf die fruchtbare Erde, doch dem Armt», der nicht einmal — wie der Dichter sagt — ^,sei n vrod in Thränen" essen konnte, weil er eben oft fein 8«* hatte —, ihn erfreute, ihn erleuchtete das -Sonnenlicht nicht: der Hunger umgab ihn mit düsteren Nebeln, aV das von den Dichtern so schön besungene ״Sonn««׳ gold" konnte er kein Groschenbrod kaufen, die Nacht des Elends umgab ihn, und darum sagte auch die Ei»׳ vohnerschaft der Judengasse in ihrem Jargon mit ein«