Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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felltagsbeschlüsse majorisiert werden konnten, zu zerstreuen. Bei der Mehrheit der Bundesbrüder in der Kadimah ist dieses auch gelungen, und wir Ratten schon -den . Eindruck, daß eine gute Grundlagefür ein fruchtbares. Zusammenarbeiten gegeben sei. Nun kam ohne jeden Anlaß vor einigen \Vochen der Austritt von einer Anzahl Aktiver, denen sich einige Alte Herren anschlössen. Das Präsidium hatte keinerlei Möglichkeit, noch irgendwie auf diese Bundesbrüder einzuwirken und betrachtete diese Angelegenheit als eine, A\e allein die Kadimah anging. Um so mehr begrüßen wir jetzt den Standpunkt, der Kadimah in ihrer Erklärung, daß für alle Richtungen innerhalb des Zionismus im Kartell Platz ist, und daß gerade bei uns In der heutigen Zeit politische Meinungsdifferenzen in fairem bundesbrüderlichem Kampf ausgetragen werden müssen. Wir werden unsererseits alles tun, um auch weiterhin zu einem gedeihlichen Zusammenleben mit den Bundesbrüdern der Kadimah zu kommen. 'Das Präsidium. Bemerkungen zur Frage der Hebräischen Universität (Eine Erwiderung) Bbr. Hecht hat in einer der letzten Nummern des JSt. einen Artikel über die Hebräische Universität veröffentlicht, der — bei aller Achtung vor seinem guten Wullen — sachlich durchaus unrichtig ist. Sehr begrüßenswert sind seine einleitenden Worte, nach denen jeder KJV er ein Semester bei uns studieren sollte. Dabei sei aber darauf hingewiesen, daß vorläufig nur Judaistik, Orientalistik, Philosophie, Mathematik biologische Wissenschaften (Biochemie, Zoologie, Botanik, Bakteriologe, Parasitologie, Hygiene etc.) ge- •t'$en werden. Gebühren werden er- 1-oben und betragen 6 £ in der geisteswissenschaftlichen Fakultät bzw. 16 £!n der naturwissenschaftlichen (ein- -hheßlich Laboratoriumsgebühren}. . Gänzlich unrichtig ist es, wenn ^•cht schreibt: „Statt dessen zwingt offen betonte Einstellung des ,ian2lers palästinensische Bewohner, Vollenden ihrer Studien das lJsland aufzusuchen und palästinensische Gelder in andere Länder zu bringen, anstatt sich auf einer jüdischen, auf Palästina eingestellten Universität ausbilden zu können". Ganz im Gegenteil hat gerade der Kanzler immer gefordert, daß ein richtiger Lehrbetrieb eingerichtet werden solL Als aus diesem Grunde schon vor einigen Jahren mit dem Chemieunterricht begonnen wurde, ist gegen die bessere Einsicht des hiesigen Senats auf die Initiative besonders der gerade nicht in Palästina lebenden Kuratoriumsmitglieder dieser Unterricht suspendiert worden. Die Errichtung der Kanzel für Friedensrecht hat mit dem an der „Universität herrschenden Geist4* nichts zu tun. Der Spender hat denselben Lehrstuhl auch einigen europäischen Universitäten gestiftet. Es wäre ein Mißgriff gewesen, unter der Begründung, daß andere Dinge wichtiger sind, diesen Lehrstuhl abzulehnen. Prof. Bentwich, der nebenbei nicht ,,Sir" ist, ist bekanntlich wegen seines Judentums von der Regierung entlassen worden. Obwohl ihm die Regierung eine höhere Stelle in einer anderen englischen Kolonie angeboten 195