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Der jüdische Student · 1932-06-01 · Heft 5 (Juni 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 5 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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leisten können, daß die Arbeit unserer Verbindungen durch eine wegen der Mädchenfrage ausbrechende Krise — so noch zu Beginn dieses Semesters in Leipzig geschehen — auf das Schwerste gestört wird. Früher mag das tatsächlich anders gewesen sein. Unsere Verbindungen glichen äußerlich und zunächst wohl auch nach innen dem anderen studentischen Korporationen, die sich „Verbindungen" nannten; sie wiesen nur gegenüber manchen dieser Organisationen ein Pius aal» weil sie über das studentische Getue hinaus mit einer Idee „belastet" waren. Heute ist das ailes anders, und es ist unnötig, auseinanderzusetzen, was uns von anderen Verbindungen trennt und wie es zu der Differenzierung kam. (Nebenbei riemerkt: die Trennung könnte — oerechtigter Wunsch vieler von uns — auch nach außen deutlicher gemacht werden. Unsere etwas antiquierten Bezeichnungen „Fux" u. a. hätten längst durch sinnvollere aus dem Hebräischen ersetzt werden sollen!). Gegen die Aufnahme von Mädchen wird heute niemand von uns mehr einwenden, daß sie für eine „Verbindung", für die F.W.Y, oder den B.C. ein fach undenkbar ist, undenkbar deshalb, weil Attribut der Verbindungen die Männlichkeit sei und sein müsse. Unsere Aufgabe ist, für Palästina zu erziehen* Objekt dieser Aufgabe is± die studierende Jugend, zu der nun einmal als Errasgenschaft heutiger Uoleranz auch Frauen gehören. Sollen wir, dürfen wir angesichts unserer J&migaben sie ausschließen? Ich glaube, wir sollen und dürfen es! Nicht atis prinzipiellen Gründen, aus praktischer Bedenken sollten wir es beim bisheriges Zustand bewenden lassen. Man muß doch — eine Banalität — mit den Gegebenheiten rechnen. Wir haben fünfzehnhundert Alte Herren, und von Omen werden viele, viel- IMcht sogar sehr viele, den Vorschlag von Wydra ohne ein Wort der Diskussion, rein instinktiv, ablehnen. Manche sicherlich deslaalb, weil sie noch in eine „Verbindung" eingetreten sind und heute davon nicht oder nicht mehr abgehen wollen. Viele deshalb, weil es etwas Neues und Ungewöhnliches ist, und bei ihnen bedarf es schon eines gewissem Entschlusses, um dks alte Geleis zu verlassen. Man kann das natürlich, wie Heini Wydra zum Schluß seiner Ausführungen meint, reaktionär schelten und mit dieser -aerpönenden Kennzeichnung zeigen, daß man eine solche Haltung auf leinen Fall billigen dürfe. Man kann es bei vielen unserer Bundesbrüder aEber auch Tradition nennen, (das empfindet Wydra ja selbst, wenn er sagt, die Lösung der Frage müsse die Tradition des Kartells belsutsam behandeln) imd einem solchen Standpunkt wird die Achtung nicht ohne weiteres zu ^aersagen sein. Wie dem auch sein mag, wir jungen KJ¥er würden es uns 3ir größten Ehre anrechnen, gegen den jedenfalls spürbaren Widerstand mserer älteren Bundesbrüder anzukämpfen, wenn man uns gezeigt hätte, ihß die Durchsetzung der Aufnahme von Mädchen in uaasere Reihen eine Aufgabe wäre! Heini Wydra ist uns mit seinen Worten das bisher schuldig geblieben. 'Er hätte die Notwendigkeit der Aufnahme von Mädchen in die Verbindungen für die Mädchen und für uns zeigen müssen- Die Notwendigkeit 'hasteht nicht, auf beiden Seiten nicht. Die Zist ist, das hat sich bislang 'rerausg es teilt, als selbständige Organisation lebensfähig, die Hilfe, die das m

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