Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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stattfinden, die der Welt zeigen soll, daß die zionistische Kraft ungebrochen ist. Wir gehen Euch hier eine Gelegenheit, durch geringe finanzielle Anstrengungen mit uns nach Palästina zu kommen, das Land kennen zu lernen und für Palästina zu demonstrieren. Ich habe nichts gegen zionistische Auseinandersetzungen und nehme an ihnen teil. Aber es muß darüber hinaus Dinge geben, die uns alle verbinden und Palästina etwas nützen. Ernst Moses (Kadimah): Zunächst möchte ich mich im Namen der V.J.SL Kadimah dem Protest unseres alten Herrn Zwirn anschließen gegenüber dem neuesten Versuch einseitiger informatorischer Mitteilungen des Präsiden betreffend die Unruhen an der Universität in Jerusalem. Bbrl Rosenberg hat vergessen, daß sich die Angriffe, die wir auch verdammen, gegen einen Mann richteten, der Palästina während seiner Amtszeit großen Schaden zugefügt hat. Im Rechenschaftsbericht wird uns vorgeworfen, daß wir uns zur Wahrung unseres Eigenlebens an der geistigen Auseinandersetzung des Kartells nicht beteiligt haben. Dieser Behauptung muß ich mit aller Energie entgegentreten. Es wäre dem Präsidium ein Leichtes gewesen, das falsche Bild, das man sich von uns gemacht hatte, zu berichtigen. Statt dessen kümmerte sich das Präsidium ausgerechnet nur um unsere Erziehung. Im Sommersemester besuchte uns ein Präsidialmitglied. Als wir uns darüber einig waren, auf Grund de? Herzl'schen Zionismus zu arbeiten, erklärte das Präsidialmitglied das als einseitige Einstellung. Wir haben es an Anteilnahme am allgemeinen Leben des K.J.V. nicht fehlen lassen. Noch bis zuletzt haben wir versucht, uns über die Grundfragen zu unterhalten. Die Antwort, die wir auf diese uns am Herzen liegenden Ansichten bekamen, war: Euer Judenstaat ist eine romantische Idee Eurer alten Herren. Viele unserer Jüngsten, die neu in die Verbindung ein-, traten und hier nichts als ewigen Aerger und Stunk vorfanden, hatten keine Lust mehr zu weiteren solchen Unterhaltungen. Deshalb wurde eine neue große Auseinandersetzung abgelehnt. Wir hatten schon zu viel Kräfte für diese ewigen Zwischenfälle vergeudet. Es bestand die Gefahr eines großen Desinteressements unserer Bbr. Wir brauchen unsere volle Kraft für unseren Kampf um den Slaatszionismus, der unser Ziel ist. Wir sprechen dem scheidenden Präsidium für seine zweijährige Arbeit unser tiefstes Mißtrauen aus und werden es nicht wieder wählen. Wir haben das ernste Bestreben, weiter im K.J.V. mitzuarbeiten. Aber wir werden uns nicht zu Dingen zwingen lassen, die unserer Ueberzeugung und unserem zionistischen Verantwortungsgefühl widersprechen. Marx-Hamburg: Ich habe 1920 das B.Z.K, mit gegründet, aus einem starken Verantwortungsgefühl heraus. Wir lehnen es auf das Schärfste ab, wenn die Kadimahner heute behaupten, die Nachfolger der B.Z.K.er zu sein. Die Dinge, um die es geht, sind nicht durch Kartelltagsbeschlüsse beizulegen. Die wirkliche Einheitlichkeit des Kartells ist die Voraussetzung für die Beilegung solcher Dinge. Ausschlaggebend ist die menschlich richtige Haltung auch in politischen Dingen. Ich verstehe nicht, was die beiden Kadimahner hier vorgetragen haben. Wir haben hier nicht die Stimme der Aktivitas, sondern des alten Herrn Zwirn gehört. Noch etwas zu Ihren Forderungen. Die heutigen Vorgänge haben eine symptomatische Bedeutung. Wir wußten ja, daß die Grundlage der Kadimah politischer Art ist, aber erst heute ist deutlich gesagt worden, ihre Grundlage ist der Staatszionismus. Diese Formu- 78