Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Schülerbund-Arbeit, die ideologisch eigentlich allenthalben anerkannt worden istf bleibt in ihren praktischen Erfolgen vorläufig noch stark hinter unseren Erwartungen zurück. Gerade in letzter Zeit hat sie in Berlin einen erneuten Aufschwung genommen und scheint nunmehr kontinuierlich ausbaufähig. In der Provinz gibt es auch bereits einige Schülerbünde. Die Arbeit des Präsidiums in der Altherrenschaft hat sehr erfreuliche Resonanz gefunden. Wir verweisen auf den Bericht des Altherrenressorts. Man kann heute unzweifelhaft von einem einheitlichen Kartell sprechen, obwohl in gewissem Ausmaß auch heute wieder Gegensätzlichkeiten zu beobachten sind. Sie sind aber nicht auf dem Boden parteipolitischer Gegnerschaft erwachsen, sondern entspringen mehr dem Wunsch eines Kreises auf Wahrung seines besonderen Eigenlebens. Das Präsidium ist selbstverständlich der Meinung, daß jede Verbindung im Rahmen des K. J. V. ihr eigenes Gepräge haben kann und soll. Konflikte ergaben sich in der Praxis dort, wo ein besonderer Kreis bemüht war, sich von den Einflüssen der Gesamtheit des K. J. V. abzuschließen. Dem gegenüber vertritt das Präsidium den Standpunkt, daß die Entwicklung eines geistigen Eigenlebens sich nur durch Auseinandersetzung innerhalb des Gesamt kartells und nicht durch Abschließung gegen das Kartell vollziehen dürfe. Besonders gilt diese "Forderung des Präsidiums für die Erziehung der Aktivitas. Wir begrüßen es, wenn die Altherrenschaft mit der Aktivitas ihrer Verbindung möglichst eng zusammen arbeitet. Wir sind aber der Meinung, daß diese Zusammenarbeit nicht dazu führen darf, die Aktivitas daran zu hindern, an dem geistigen Leben des Gesamtkartells vollen Anteil zu nehme** Das Recht zu diesem Standpunkt leitet das Präsidium von seiner Auffassung ab, nicht lediglich eine Verwaltungsbehörde zur Wahrnehmung der technischen Geschälte des Kartells zu sein. Das Präsidium hält es für seine Pflicht, das Mandat, das ihm durch die Annahme seines Programms vom Kartelltag gegeben worden ist, auch auf dem Gebiet der zionistischen und Erziehungsfragen auszuüben. Besonders widersprechen wir einer Entwicklung die dahin zielt, das Eigenleben einzelner Verbindungen auf innerzionistische Programme festzulegen. In jeder Verbindung muß Raum für jede zionistische Gesinnung sein, wie auch im Kartell alle Schattierungen zionistischer Gesinnung gleich berechtigt sind. Die Abgrenzung gegenüber den Einzelströmungen im Zionismus ist gegeben mit der Zugehörigkeit zur zionistischen Weltorganisation. Daher verlangen wir, daß jeder K. J. V.er, ganz gleich ob und welcher Sonderorganisation er angehört, Mitglied der zionistischen Weltorganisation ist und dies durch Zahlung des Schekels und durch Erfüllung der Keren Hajessod- Pflicht dokumentiert. Ueber die Tätigkeit des Präsidiums auf einzelnen Sondergebieten wie Fühlungnahme mit zionistischen Studentenorganisationen des Auslandes, Hoch» Schulpolitik, Berufsressort berichten die Ressorts gesondert. In einem Rechenschaftsbericht müssen wir auch über die Dinge sprechen, die wir nicht oder sehr unbefriedigend gemacht haben. Die Palästina-Arbeit ist in diesem Jahr sehr zu kurz gekommen. Die noch im FkB befindliche 41