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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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sischer und deutscher Sprache erscheinen. Der erste Band in deutscher Sprache ist bereits erschienen. Es ist eine Arbeit von S. Ben Zion über die Kolonie Ness-Ziona. Die deutsche Uebersetzung wurde von Dr. Max Mayer besorgt. Der erste Band der franzosischen Ausgabe ist eine Monographie über die von der Alliance Israelite Universelle begründete Ackerbauschule Mikweh Israel von S. Hiliels in französischer Uebersetzung von J. J. Cohen. Der erste Band der englischen Ausgabe nDaganjah" von Joseph Baratz, aus dem Hebräischen übertragen von Miß Lotta Levensohn, ist im Druck. Die hebräische Originalbücherei umfaßt bereits 30 illustrierte und mit je einer Karte ausgestattete Monographien über die jüdischen Kolonien in Palästina. K. T<g* / r ^Ean- -,jS^ l Rh r3^ ilf Die Tat! Anläßlich der deutschen Finanzkrise und des Falles der Danat-Bank wurde über die Persönlichkeit Jakob Goldschmidt in der gesamten Presse eingehend gesprochen. Besonders charakteristisch scheinen uns die folgenden Ausführungen in dem August - Heft der oben genannten Zeitschrift von Ferdinand Fried „Wo stehen wir?" zu sein. (Fried, nach. Hans Zehrer als Außenpolitiker der Hauptmitarbeiter dieser in letzter Zeit sehr in den Vordergrund gerückten Zeitschrift, ist selbstverständlich ein Pseudonym, hinter welchem man eine Zeitlang den Sohn des Großindustriellen Borsig vermutete; dies ist jedoch eine irrige Annahme, wie mir Zehrer kürzlich sagte.) Unter der Ueberschrift „Die Tragödie der Führer" wird hier nach einer kritischen Betrachtung der Persönlichkeit des Reichskanzlers Brüning gesagt: „Als Beschauer empfinden wir nicht nur die Tragik dieses Mannes (Brüning), der viel bewundert wird, sondern auch die Tragik eines Mannes, der heute viel gescholten wird: des Geschäftsinhabers der Darmstädter Bank, Jakob Goldschmidt. Der Sohn des kleinen jüdischen Kaufmanns aus dem Hannoverschen, der sich mit viel List und Spielerei, viel Eilenbogen und Erbarmungslosigkeit in wenigen Jahren bis in die höchsten Höhen der Wirtschaft emporgeschwungen hat, mag vor der Geschichte und menschlich viel Schuld auf sich geladen haben: es imponiert immer wieder der Einsatz des Ganzen, den dieser kleine bewegliche Mann mit den grauschwarzen Löckchen machte. Er spielte ein Spiel, von dem er wissen mußte, daß er nur alles gewinnen oder alles verlieren konnte. Entscheidender aber noch ist, daß dieser Mann — so merkwürdig es klingen mag — aus der Festigkeit seiner Ueberzeugung sein Spiel schließlich verloren hat. Er vertrat nicht nur in Geschäftsberichten, Reden und Aeußerungen den Kapitalismus und Individualismus in reinster Form, sondern er handelte auch danach und mußte darum in einer Zeit und Umgebung scheitern, die bereits erstarrt war: Die Bürokratie der Behren- oder Mauerstraße, die diese Krise besser überstanden hat, weil sie Bürokratie war, Jakob Goldschmidt, der echt kapitalistisch am meisten gewagt hat — was freilich heute eine Schuld bedeutete! — mußte das Odium des Zusammenbruches auf sich nehmen, während die Bürokratie der anderen Großbanken selbstherrlich die Auszahlungen auf 2—10 Proz. festsetzen konnte. Mit diesen Auszahlungsquoten hätte sich auch die Darmstädter Bank noch 304

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