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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Präsidium und Verbindungen Protokoll der Sitzung über die jüdische Genossenschaftsbank „Ivria" e. G. in, b. H. Anwesend vom Präsidium: Rosenberg, Tumbowsky, Obstfeld, Katschke, Klee, Wolff, Epstein, Brüll. Von der Volksbank ivria die Herren: Steinberg, Drimmer, Kareski; die Bbr.Bbr. Wollstein, Lelever, Lichtheim, Pollack. Herr Dir. Kareski berichtet: Durch die Krise der Großbanken ist .das Vertrauen zu diesen geschwunden. Dagegen haben sich die mittleren und Kleinbanken gut gehalten? die jüdische Genossenschaftsbank konnte am Tage des Bankkraches weiter auszahlen. Diese Situation muß man für Propaganda ausnutzen. Die wirtschaftliche Entwicklung zwingt dazu, einen Teil des jüdischen Mittelstandes in andere Berufe zu überführen. Dafür ist die Schaffung und Erhaltung von Krediten notwendig. Die Juden werden immer mehr aus den leitenden Stellen in den Banken herausgedrängt. Diese Tatsache wird sich auch ungünstig auf die Kreditgewährung an jüdische Geschäfte auswirken. Auf Grund dieser Erwägung wurde vor 314 Jahren die jüdische Volksbank Ivria gegründet. Das Ziel ist, überall da, wo eine genügende Anzahl von Juden wohnen, derartige jüdische Genossenschaftsbanken entstehen zu lassen. Die Volksbanken sollen dem wirtschaftlichen Selbstschutz der Juden dienen; durch die Form der Genossenschaft wird auch eine- Beteiligung der wirtschaftlich Schwachen möglich. Das K.J.V. soll darauf hinwirken, daß seine Mitglieder Genossen werden und ihre Depositen doit hinterlegen. Dadurch besteht die Möglichkeit, größere Kredite aufzunehmen. Die gleichzeitig mit der Gründung der Ivria unter liberaler Führung entstandene zweite Genossenschaftsbank: der ,,Jüd. Kreditverein", hatte diese Erfolge nicht. Die Volksbank Ivria hat sich im Laufe des letzten Jahres als brauchbare Mittelstandsbank erwiesen; durch sachverständige Leitung hat man es vermieden, unsichere Kredite zu gewähren. Es kommt im jetzigen Augenblick darauf an. durch eine intensive Propaganda die Möglichkeiten der Volksbank zu erweitern. Bbr. Rosenberg: Besteht nicht die Gefahr, daß sich die Verschlechterung der Wirtschaftslage der Juden auch auf die Kreditempfänger auswirkt und so Kredite häufig verloren gehen? Welche Ursachen hat die schlechte Lage des Kreditvereins? Besteht die Möglichkeit, die Volksbanken zu Banken der Jüd. Gemeinde zu machen? In welcher Weise kann das K.J.V. sich an der Arbeit mit der Voiksbank beteiligen? Herr Dir. Steinberg führt aus, daß die Volksbanken schon deswegen Aussicht auf Erfolg haben, weil sich die Kreditpolitik der Großbanken — Kredit an wenige sehr große Kunden — als" falsch erwiesen habe. Das K.J.V. habe vor allem die Aufgabe, bei der jüngeren Generation für diese Gedankengänge Propaganda zu machen. 296a

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