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Der jüdische Student · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Bericht des Ueberweistmo Die Ueberweisungsarbeit für das SS. 1931 konnte leider erst sehr spät in Angriff genommen werden, so daß kaum mehr Möglichkeit bestand, Bundesbrüder zu überweisen. So kam es, daß einige Verbindungen in diesem Semester nicht ausreichend besetzt waren und die Arbeit sich dort sehr schwierig gestaltete. Dagegen wurden die Ueberweisungen für das kommende Wintersemester schon Mitte Juni vorbereitet. Die Schwierigkeiten, die trotzdem für das Wintersemester bevorstehen, liegen ausschließlich an der mangelnden Disziplin der Bundesbrüder, die sich häufig weigern den Ueberweisungsvorschlägen zu folgen und die vor allen Dingen auch durch sehr unpünktliche Beantwortung unserer Briefe die Arbeit außerordentlich erschweren. Die Situation des kommenden Wintersemesters sressorts ist so, daß alle wichtigen Verbindungen dringend aktive Burschen und Bundesbrüder für die Chargen benötigen, und daß dem gegenüber außer nach Berlin kaum Ueberweisungsanträge vorliegen. Das Ueberweisungsressort wird dieses Mal mit aller Entschiedenheit darauf bestehen, daß Ueberweisungen nach Berlin nur genehmigt werden, wenn dringende wirtschaftliche Gründe vorliegen. Wenn die Behauptung, daß wir Zionisten sind und für diesen Zionismus entscheidende Opfer bringen wollen, keine leere Beteuerung ist, dann muß es in jedem Falle möglich sein, daß die Bundesbrüder den Ueberweisungen Folge leisten, die ja nicht willkürlich verfügt werden, sondern den dringendsten Bedürfnissen unserer Arbeit entsprechen. Franz Brüll. Ein vorbildlicher Brief (Eingegangen an das Ueberweisungsressort am 18. 7.) Ich erhielt Deinen Brief und muß nach diesem traurigen Kongreß unter der heutigen menschlich wie finanziell deprimierenden Lage des Zionismus, leider zugeben, daß Opfer für das K.J.V. heute Opfer sind, die, wenn sie wirklich notwendig sind, von uns verlangt werden können. Ich hatte zwar für meine Ueberweisung nach Berlin noch das Argument bereit, daß viele Unberechtigte nach Berlin gelassen werden und besondere dort bleiben dürfen, jedoch glaube ich, daß all" dies in eine Situation fällt und man nicht so kleinlich .sein dürfe. Du weißt, wieviel mir an Berlin L;egt, und auch warum, und wirst deshalb sicher, wenn es möglich ist, meine Ueberweisung dahin genehmigen. Andererseits, wenn die Verbindungen in Köln oder Leipzig gefährdet sind, und ich dort wirklich gebraucht werde, stelle ich mich, vorbehaltlich der sehr wahrscheinlichen Genehmigung meiner Eltern, dem Präsidium für diese Verbindungen zur Verfügung. Denn jetzt ist der Moment, in dem das K.J.V. seine Berechtigung neu zeigen kann. Ich weiß, daß Du meine Wünsche nach bestem Können unterstützen wirst und hoffe Günstiges von Dir zu hören. 234

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