Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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innerer Zweifel, Illusionen, unfruchtbarem Gerede und bar der Schöpferkraft* Dieser traurigen Bilanz können wir uns nicht entziehen, gut daß wir es von. vornherein wissen und zu dem Kongreß mit dem Bewußtsein kommen: es ist ein Kongreß nach einer Niederlage. Als Hauptgrund unserer Niederlage gilt die Abkehr der englischen Regierung von unserem Werk, gilt die Versöhnungspolitik Weizmanns, die Erstarkung des Arabertums, die Wirtschaftskrise der Welt und in ihrem Gefolge der FeMschlag in der Aufbringung der finanziellen Mittel und viele andere Gründe werden angeführt, je nach der Parteirichtung. Zweifellos: der Hauptgrund unserer Niederlage ist die Abkehr der englischen Regierung von unserem Werk, der Mangel der Sympathie für das zionistische Unternehmen seitens der britischen Regierung. Sie ist weder das Ergebnis eines Mißverständnisses* noch ein Mangel an Takt oder politischer Diplomatie. Sie ist ein wahrscheinlich nur im geringsten von uns verschuldeter Umstand; ein Zeicben, daß die von uns eingeschlagenen Mittel und Wege und der derzeitige Stand unserer . Bewegung nicht in der Lage waren, die von uns gewünschten Erfolge herbeiführen." Unser Ziel ist, Mittel und Wege zu finden, daß England unser Ziel für seine Interessen dienlich findet, daß das, was wir England bieten können, uns neben dem mehr und mehr erstarkenden Arabertum eine selbständige Machtstellung sichert und gleichzeitig das Arabertum damit versöhnt. Darüber sind sich alle Parteien einig. Deswegen glauben wir, ist der 'gegenseitige Parteistreit außerordentlich unfruchtbar und eine so .schwere , Gefahr des Kongresses. Es liegt hier ähnlich wie in der Bekämpfung des Antisemitismus. Innerlich, ohne daß wir es zugeben, erscheint uns dieses Ziel als unlösliche oder nur in weiter Ferne liegende Aufgabe. „Wir hoffen noch auf Erfolge dieser oder jener Taktik, kleine Einzelsiege, als ob wirklich unsere „alte** Parole diese erzeugt hätte. Nur eines hilft: der Glaube an unsere Kraft.'* Nicht nur an unsere Kraft für den Aufbau des Landes, „das jüdische Volk steht vor der Frage seiner Existenz, das Volk, nicht die zionistische Bewegung. Das jüdische Volk hat Erez Israel nicht um einer kleinen Organisation willen nötig . » Es erwartet von Erez Israel die Lösung seiner Existenzfrage. Und diese Antwort muß auf dem Kongreß gegeben werden, gerade weil er ein Kongreß der Niederlage der Erneuerung der zionistischen Erziehung ist- Wenn diese Erziehung Erfolg hat, wenn das jüdische Volk seinen Glauben wiederfindet, so haben wir gesiegt." Wir haben den Glauben an uns selbst nicht nur infolge der Ereignisse verloren, jenen Glauben, der Berge versetzen kann. Das, dauernde Einspannen, auf Propaganda, die gemeinsame Arbeit mit Nichtzionisten in der Jewisb Agency haben die Kraft unseres Ideals erkalten, ja, beinah erlöschen lassen.. Die rein praktischen Probleme des Palästinaaufbaues, vor allem aber das ganze deutsche Milieu haben Teil an dieser Entwicklung, Wir sind alle Assimüanten an deutsche Verhältnisse. Wir sind alle Träger jener materialistischen Auffassung geworden, die die Welt nur als Klassenkampf oder Lo^nproblem sieht, die glauben, politische Mittel und Mittelchen seien das Entscheidende. Der Aufsatz von Chitzes in dieser Nummer zeigt das nur zu deutlich.