Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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alle l&mdesbrüder, die den Studienort wechseln, sich zu überlegen, ob sie nicht nach Bonn kommen wollen. Auskunft erhalten sie jederzeit, auch in den Ferien, (Adresse: Weberstr. 31.) Heins Waller X Leo Es&elbadier XX. Spoii-VJ.St. Berlin. Charje: Felix Bergmann Xt Theodor Epstein XX, Kurt Marchs XXX. Die Verbindung bestand dieses Semester aus etwa 20 Aktiven, von densa ein Teil dispensiert war. Sie hatte sehr viel Füxe, die zum großen Teil üm Laufe des Semesters ihr Burschenexamen machten. Sie bekam zu Aniaasg eine Reihe neuer Bundesbrüder überwiesen, wodurch sie stärker bdebt wurde und ein Teil der Hoffnungen, die man am Ende des letzten Semesters hegte, erfüllt wurde. Es winde Wert darauf gelegt, die Verbindung geistig zu beleben. Sie sollte mit d«£ Problemen zionistischer Theorie inäd Praxis stärker vertraut gemacht werden. Dazu diente der allgemein* Kurs über „Die Lage der Juden**, der als Seminar aufgezogen wurde. Außerdem hielten wir zwei Debatin* Clubs über ein aktuelles ' Problem (Verbreitung der politischen Basis «Ees Zionismus durch Ausbau internäßonaler Beziehungen) und über Sozialfflnus und Zionismus. Den Fuxenkirs gab AH. Hilb über Palästinakunfe. Als ein * großer Nachteil wurde empfunden, daß die Füxe zionistisch sehr verschieden weit vorgebildet waren. Dadurch wurde die ~ Erfassung derer, die erst jetzt mit dem Zionismus bekannt wurden, nicht ernsthaft genug betrieben. So hatten wir zwaa Austritte zu verzeichnen, was um so unangenehmer ist, als wir keine A&tivmeldung erzielen konnten. Der %ortbetrieb wurde wieder gut und erfd^reich aufgezogen. Dadurch wurde besonders der Konnex der Bundesbrüder gefestigt. Auch sonst wurde versucht, den Konnex besser zu gestalten. Im nächsten Semester sollen die Ansätze in dieser Hinsicht systematisch ausgebaut werden. Insbesondere bestehen Pläne für eine Neuregelung der Erziehungsarbeit, die einen größeren Erfolg versprechen, Epstein. V.J.St „Hasmonae"-Breslau. Bei Uebernahme der Charge zu Anfang dieses Semesters sah sich der C.C. vor eine schwere Aufgabe gestellt. Die Situation der Verbindung war eine äußerst schlechte. Interesselosigkeit gegenüber der Verbindung und eine pessimistische Stimmung um ihre Zukunft beherrschten die Bundesbrüder. Ja einige trugen sich schon mit Auflösungsgedanken herum. Oh nun die Gründe hierfür in der lieberalterung der Bundesbrüder (wenig, neuer Zuwachs) lagen, oder in den Examensarbeiten der einen und der Außenarbeiten der anderen — wie esdenn auch sei: Es war eine äußerst schwierige Lage, aus der man herauskcmmen mußte. Unsere Arbeit war eine Rettungsarbeit und unsere Parolen Sanierung! Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, arrangierte die Charge bewußt möglichst viele Geselligkeitsveranstaltungen: Tanzveranstaltungen auf der Kneipe, oder Oneg-Schobat- Abende bei Alten Herren. Letztere begannen stets mit einem Kurzreferat eines Bundesbruders über ein aktuelles — in jedem Fall doch bestimmt modernes — jüdisches Thema (z. B. „Juden in der Schauspielkunst**!. Pressereferate, Buchbesprechungenr Petersburg-Warschau-Moskau, „Sind jüdische Volksbräuche für einen Zionisten bindend'* u. a. m.), woran sich stets eine lebhafte Diskussion bei Be- 134