Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Werberessorts Die Zahl der Neuau'f nahmen betrug im iSomniersemester 1930: 118, im Wintersemester 39, im Berichtsjahr ziusammen 157 neue Bundesbrüder. Hierzu kommen noch die Winterresultate der Bonner Verbindung, die trotz aller Bitten und Mahnungen nicht zu erfahren waren, die der Rigaer Verbindung, welche wir wegen der anderen Semesterverteilung nicht einsetzen, sowie einige Aktirvmeldunigen, die noch nicht zur Rezeption geifülhrt »haben. Rein zahlenmäßig ist das Gesamtresuiltat weder sonderlich gut noch schlecht (im Jahre 1929/30 hatten wir 147 Neuaufnahmen). Bedenklicher ist da© hohe Durchschnittsalter «von li9^8 Jahren, vor allem aber die Tatsache, daß unter den neuen Bnndesbrüdera im Sommer etwa 75 Prozent bereits Zionisten waren, im Wfinter, aus dem wir genauere Unterlagen haben, nur 3 Nichtzionisten. Von den gekeilten Zionisten stammten im Winter 5 aus positiv jüdischen OFamilien, 2 aus liberalem El'ternhause, bei 8 hatten wir keine näheren Angaben, so daß mindestens 24 schon aus zionistischem Milieu kommen. Dies bedeutet, daß wir innerhalb der sich -gerade bildenden zionistischen „Gesellschaft" ein wohlbeh'ütetes und ruhiges Dasein führen und mehr und mehr ein Biund von ehemaligen B'lau-Weißen und Kadimahnern werden wollen, die sich immer wieder nur durch ehemalige Blau-Weiße und Kadimahner ergänzen, Es ist nicht nötig, lange zu erwähnen, wie wenig wir unseren Aufgaben gerecht werden, wenn wir uns auf diese Kreise beschränken und die eigentliche Werbearbeit den Jugendbünden überlassen. 'Ganz abgesehen davon, daß dieser Quell naturgemäß bald einmail! versiegen wird, werden wir auf diese Weise jede Wirkungskraft und jeden Elan verlieren; denn gerade die „Renegaten" treiben unsere Bewegung weiter und verschaffen uns Zutritt zu neuen Kreisen. Zur Abhilfe dieser Uebelstände werden organisatorische Maßnahmen nur wenig heil'fen,, und auch die Werbebroschüre, bei deren Herausgabe es sich nur noch um die 'Finanzierung handelt, kann da wenig Wandel schaffen. Von folgenden zwei Maßnahmen versprechen wir uns mehr Erfolg: 1. Von einer besonderen Stärkung der Sommeruniversiitäten, in denen die Bundesbrüder aus ihren gewohnten zionistischen Kreisen mehr herausgerissen «sind als sonst, ebenso wie die Keilfüchse aus den ihren, und in denen sich außerdem leichter Anschlnßmögliohkeiten finden lassen; 2. durch die lEinrichtunig von richtigen Keilkursen. Bei diesen soii'l unter Leitung von besonders werbe erfahrenen und werbetüchtigen ßundesbrüdern die »ganze Materie ideologisch durchgesprochen, aber auch, was vielleicht ebenso wichtig ist, -die verschiedenen Keiltechna'ka besprochen und geprobt werden. Wir haben einen solchen Kurs für Berlin eingerichtet, hoffen jedoch, daß wir ihn auch noch in einigen anderen Städten durchführen können. Zur rechtzeitigen Erfassung der Keilfüxe ist die Mitarbeit der Altherrenschaft auch außerhalb der Veribindungsstätte unbedingt notwendig. Wir haben «diesmal1 an Stelle der üblichen allgemeinen Aufforderung am, die 41