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Der jüdische Student · 1930-10-01 · Heft 9 (Oktober 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 9 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Palästinafahrieii des K. J. V. Ein Vorschlag von Egon R o s e n b e r g. Ueber die Bedeutung von Palästinareisen der K.J.V.er für diese und für das Kartell braucht nicht viel gesagt zu werden. Es gibt kein größeres zionistisches Erlebnis als die Palästinafahrt. Dieses Erlebnis auf Anregung des Kartells und mit seiner Hilfe zu haben und im Kreise von Bundesbrüdern in sich aufzunehmen, muß das K.J.V.er-Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer festigen und steigern. Deshalb müssen wir es ermöglichen, daß in jedem Jahr — in immer größerer Zahl — K.J.V.er durch die gemeinsame, persönliche Berührung mit Erez Israel dem Lande, dem Zionismus und dem K.J.V. unlösbar verbunden werden. Um den lebendigen Zusammenhang mit Palästina und seine Einwirkung auf unser Kartell noch zu verstärken, soll neben den jährlichen Reisen auch einigen jungen Bundesbrüdern ermöglicht werden, ein bis zwei Semester in Palästina zu studieren. Für judaistische, naturwissenschaftliche und mathemathische Fächer ist die Universität in Jerusalem schon heute ausreichend ausgestattet, und es dürfte erreichbar sein, daß ein oder zwei Semester Studium in Jerusalem am weiteren Studium an deutschen Universitäten angerechnet werden, was schon um des wissenschaftlichen Ansehens unserer Universität willen und aus zionistisch-politischen Gründen zu begrüßen wäre. Aber selbst wenn mit dem Studium in Palästina ein Zeitverlust verbunden wäre, wird das für die meisten gegenüber dem ungeheuren Gewinn an zionistischem Erleben nicht ins Gewicht fallen. Die Kosten des Studiums in Palästina sind nicht einmal um den vollen Betrag der Reisekosten höher als an deutschen Hochschulen, denn die Kolleggelder sind dort billiger, und das Leben im Lande ließe sich auch noch durch geeignete Fürsorge verbilligen. Die wirtschaftliche Erleichterung der Palästinareisen sowie des Studiums in Palästina betrachten wir als eine dringende Aufgabe des Kartells. Wir müssen diese Aufgabe von den wirtschaftlichen Fragen unabhängig machen; das können wir, indem wir das wirtschaftliche Problem der Palästinareise und des Studiums in Palästina aus dem Gesichtspunkt unserer bundesbrüderlichen Gemeinschaft in Angriff nehmen. Wir schlagen Euch ein Projekt vor, das auf dem Gemeinschaftsgedanken aufgebaut ist und einen Teil der Ausgaben für die Palästinareise auf alle Mitglieder des KJ.V. verteilt. Die Reise nach Palästina darf nicht mehr Geld in Anspruch nehmen, als einem Aktiven sonst für seine Ferienreise zur Verfügung steht oder was von einem Alten Herrn sonst für eine Sommerreise ausgegeben wird. 3

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