Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3537599-3537812-3537817--7705-3545751
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

rieht ergänzt würde durch Bemerkungen und Anregungen der Bundesbrüder auf Grund ihrer Erfahrungen. Im ganzen läßt sich sagen, wie auch schon in der Erstchargiertenbesprechung auf dem Camp zum Ausdruck gebracht worden ist, daß das vergangene Sommersemester trotz mancher Schwierigkeiten und Fehler einigermaßen befriedigend ausgefallen ist. Es ist gelungen, in einigen Verbindungen, in denen bisher gar keine oder nur schlechte Arbeit geleistet worden ist, wieder regelmäßig und gut zu arbeiten und die Grundlagen zu schaffen, auf denen eine geordnete Weiterarbeit möglich ist. Das gilt besonders von Hamburg, Frankfurt, Bonn und Freiburg. Die Leipziger Verbindung, die im Winter 1929/30 neu gegründet worden ist, hat sich gefestigt, und wir können sie wohl als für die Zukunft gesichert ansehen. Unbefriedigend war die Arbeit vor allem in München, was daran lag, daß es nicht möglich gewesen ist, nach München eine genügende Zahl von geeigneten Bundesbrüdern zu überweisen. Die Keilerfolge des Sommers blieben, wie bereits im letzten „J.St." ausgeführt wurde, leider hinter unseren Erwartungen zurück, wenn sie auch nicht direkt als schlecht bezeichnet werden können. Wir werden im Winter ganz besonders darauf achten müssen, daß dieses Manko wieder ausgeglichen wird. Auch mit der hebräischen Arbeit können wir noch nicht zufrieden sein. In vielen Orten wurde noch nicht gelernt, weil es an einem Lehrer fehlte. Die vom Erziehungsressort eingesetzte Aktion für den hebräischen Unterricht wird hoffentlich zu einer Ueberwindung dieser Schwierigkeiten führen, jedoch ist Voraussetzung, daß jede Verbindung und jeder einzelne im Winter diese Arbeit als unbedingt notwendig anerkennt und durchführt. Die einzelnen Verbindungen berichten folgendes: Ivria-Freiburg. Chargen: Berthold L i n d n e r (X), Leo Eschelbacher (XX), Ludwig Peiper (XXX), Willi Sommerfeld (F.M.). Die Hauptaufgabe sah die Verbindung in der Keilarbeit. Acht Aktivmeldungen wurden erzielt, und es wurde eine Anzahl von Bundesbrüdern neu gewonnen, die durch den Fuchsenkurs unter Leitung von Bbr. Willi Sommerfeld in die Grundlage der zionistischen Tendenz eingeführt wurden. Außerdem wurden Pressereferate gehalten, Sport getrieben, Fahrten gemacht und die neugewonnenen Bundesbrüder dadurch auch menschlich in den Kreis der Verbindung eingeordnet. Ein Kursus über Antisemitismus konnte nicht mit Erfolg durchgeführt werden, da keiner der Bundesbrüder die historische Materie so beherrschte, wie es die Abhaltung eines derartigen Kursus forderte. Hochschulpolitik wurde gemeinsam mit der jüdischen Studentenschaft durch Abwehr antisemitischer Flugblätter und Teilnahme an Veranstaltungen der deutsch-jüdischen Studentengruppe betrieben. Die N.F.-Arbeit, bei der eine Anzahl umliegender Landgemeinden und die Stadt Freiburg bearbeitet wurde, wurde intensiv betrieben. Hebräisch konnte nicht gelernt werden, weil kein geeigneter Lehrer da war. A.H. Schloß vom Präsidium hat die Verbindung besucht, und die Verbindung ist mit ihm zusammen zum Abschluß des Freundschaftsabkommens mit der J.A.V. Jordania nach Basel gefahren. Hoffentlich werden die Beziehungen der beiden benachbarten Verbindungen Freiburg und Basel eine 38

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.