Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1929-07-01 · Heft 7 (Juli 1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 7 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537802-3537808--7232-3545271
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

den Gegenstand darzustellen, verfügen. So lange dieser Mangel fortdauert, wird es notwendig sein, daß die ortsansässigen Alten Herren einspringen! und sich für den ruchsenimterricht zur Verfügung stellen. Wir haben uns ferner bemüht, mit Beginn des Semesters dafür zu sorgen, daß in allen Verbindungen ein geordneter Fuchsennnterricht eingeführt wurde. Hier waren manche Verbindungen geneigt, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, d. h. Kurse über irgendwelche Gegenstände anzusetzen, die gerade jemand bereit war zu geben, ohne zu berücksichtigen, daß besonders im Sommersemester — wo zahlreiche erstsemestrige Füchse zu uns kommen — alles darauf ankommt, diesen, die zum großen Teil aus nichtzionistischen Kreisen stammen, einen umfassenden Ueberblick über die zionistische Idee und Bewegung zu geben. Der Systematisierung des Fuchsenuntenichts diente die Einsetzung einer Kommission, deren Zusammensetzung und Aufgaben aus dem im Maiheft des. J.St. veröffentlichten Memorandum des Erziehungsressorts hervorgehen. Die Kommission ist zusammengetreten und hat zunächst Richtlinien über die hebräische Arbeit beschlossen, insbesondere über die Anforderung beimi hebräischen Altherrenexamen und beim Zwischenexamen. Die nächste Sitzung der Kommission wird sich insbesondere mit der Systematik des Tendenzunterrichts und Vorschlägen zu seiner Durchführung befassen. Mit den Erstchargierten der Berliner Verbindungen hatte der Leiter des Erziehungsressorts eine gemeinsame Aussprache über die Einrichtung; des Fuchsenunterrichts und der Burschenkurse in den verschiedenen Verbindungen. Dabei hat sich herausgestellt, daß hier keinerlei Einheitlichkeit und Zusammenhang besteht, sondern ein ganz getrenntes Nebeneinanderleben. Es wurde allgemein als wünschenswert erachtet, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Berliner Verbindungen gerade in dieser Beziehung herbeizuführen. Diesem Zweck soll der „Verbindungsrat der Berliner Verbindungen" dienen, der nicht nur — wie bisher die „Arbeitskommission Berlin" — nur aus den Erstchargierten bestehen und nur technische Dinge erörtern, sondern diejenigen Leute umfassen soll, die Er-: ziehungsarbeit innerhalb der Verbindungen leisten. Die Sitzungen des „Verbindungsrates" sollen besonders der Aussprache über die Durchführung der Erziehungsarbeit und über das Verbindungsleben überhaupt gewidmet sein. Noch wichtiger als die Einführung eines guten Fuchsenunterrichtes und guter Burschenkurse ist die menschliche Einwirkung auf die jüngeren Bundesbrüder, die allein es bewirken kann, daß sie zu den xMenschen und Zionisten! werden, wie wir sie heranbilden wollen. Hierzu bedarf es eines Verbindungslebens, das reich an menschlicher Anziehungskraft und an Impulsen ist. Diese Dinge können nicht zentral reguliert werden, sondern können und müssen aus den Verbindungen herauswachsen, wenn diese das nötige Menschenmaterial haben. Hierauf hinzuweisen war die Aufgabe des Referates, das Bbr. Ludwig Mayer in einem Camp der Berliner Verbindungen am 30. Juni hielt. Um Aufschluß zu erhalten über die Frage, welcher Art die neuen» Füchse sind, die wir bekommen, insbesondere also, ob aus zionistischem! oder nichtzionistischem Kreis, ob durch Zugehörigkeit zu einer jüdischen} Jugendorganisation vorgebildet, ob mit Vorkenntnissen in jüdischen Dingen 2 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.