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Der jüdische Student · 1927-12-01 · Heft 3 (Dezember 1927) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 3 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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"Georg Schutz Am 17. August 1927 verschied nach langem schweren Leiden unser lieber Buiidesbruder Georg Schutz in Breslau. Nachdem er sich frühzeitig dem Zionismus angeschlossen hatte, wurde er in seinem 1. Semester in München aktiv und gehörte später den Verbindungen in Breslau und Berlin an. Georg Schutz, der noch zu dem Kreise des alten B. J. C. zählte, war uns als Bundesbruder lieb und wert. Für ihn war der Begriff der Bundesbrüderlichkeit kein leeres Wort, er wußte ihn vielmehr mit lebendigem Inhalt zu erfüllen. Schon die Tatsache, daß jemand unserem Bunde angehörte, erweckte in Georg Schutz das Gefühl der Verbundenheit mit ihm, und er war jedem gegenüber, der sich an ihn wandte, gern hilfsbereit. Für die Verbindung, die für ihn in der Zeit seiner Aktivität noch der Mittelpunkt seines Lebens war, zeigte er stets tätiges Interesse, bis ihn sein schweres Leiden aufs Krankenlager warf. Aus seinem Zionismus, der für ihn Lebensinhalt war, folgte mit Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit die Pflicht zur Mitarbeit in der Verbindung und in der sonstigen zionistischen Organisation. Der Aufbau E. I.'s war der Sinn seines Lebens. Auf dem Karmel hatte er einen Bauplatz erworben, wo er sich später ein Heim errichten wollte. Noch bis in die letzten Tage beschäftigten sich seine Gedanken mit seiner Reise nach E. L Nun ist er frühzeitig dahingegangen. Neben seiner Gattin und seinen kleinen Kindern trauern wir, seine Bundesbrüder, um ihn und seine engeren Freunde, die ihn wegen seiner Zuverlässigkeit schätzten und denen er bei seiner Liebenswürdigkeit und schlichten Bescheidenheit lieb und wert war. Kurt Weiß. Herbert Markowicz Lieber Leibburscli, Du bist der zweite, der uns verließ. Die Gewißheit, einmal wieder zusammenzutreffen und zu leben, die, gewährt durch Verbundenheit der Ideen und der Menschen, einen kleinen Darmstädter Kreis beim Auseinandergehen erfüllte, habt Ihr Lügen strafen müssen, Jonel Preciado — und Du. Du wolltest alles und durftest nichts vollenden, nicht Deine Jugend, nicht Deinen Beruf, nicht Deinen Zionismus. Allen gabst Du Dich mit Deiner ganzen Rückhaltlosigkeit und Gradheit, zum Dank, daß es in Dir toste, was verschüttet unter grüblerischer Verschlossenheit lag. Du wurdest krank und mußtest weit fort. Wir wissen lange nichts mehr von Dir, von Deinen letzten Jahren und Deinem Sterben. Es bleibt die Erinnerung an unser Erleben — und ein Rest von Hoffen. Kurt Stein.

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