Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Im Verlage R. Färber, Mährisch-Ostrau, haben Hans Kohn und Robert Weltsch eine kleine Schrift herausgegeben „Zionistische P o 1 i t i ku. Es ist nicht eigentlich ein Buch, sondern eine Sammlung von" Aufsätzen, die die Verfasser während der letzten Jahre in zionistischen Zeitschriften veröffentlicht haben. Es ist schwer, dieses Werk kritisch zu würdigen, denn die Dinge, weiche es -behandelt, sind aktuelle Politik, Tagesfragen, die umstritten sind und in deren Wertung und Beurteilung viele von den Verfassern abweichen werden. Der erste Teil der Schrift der sich mit der ideologischen Grundlegung beschäftigt, ist vielleicht der wertvollere, wenn auch hier die Gedankengänge weder neu noch unbestritten sind. Vertreten wird ein entschiedener Kulturzionismus, dessen gedankliche Begründung in einem gewissen Kontrast steht zu dem Titel des Werkes „Zionistische Politik". Der ist vielleicht mehr gewählt mit Rücksicht auf den Inhalt des zweiten Teils, der im wesentlichen aus Artikeln Weltschs zu Tagesfragen besteht. Der Euch allen bekannte politische Standpunkt des Verfassers wird wohl nur von den wenigsten seiner Leser geteilt werden. Immerhin bedeutet das Werk für jeden Anregung zum Nachdenken, am meisten vielleicht gerade für diejenigen, die sich nicht in Uebereinstimmung mit den Gedankengängen der Autoren befinden. Im Verlag des Hauptbüros des Keren Hajessod hat unser A. H. h. c. Dr. Arthur H a n t k e eine kleine Broschüre, betitelt „Idee und Wirklichkeit", erscheinen lassen, die über Entwicklung und Arbeit des Keren ' j£* Hajessod in Kürze ausgezeichnet orientiert. Wir können das Schriftchen unseren Bundesbrüdern, insbesondere den Leitern von Palästina-Kursen, nur dringend empfehlen. Ab Januar ist die Schrift vom Büro des Keren Hajessod für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestr. 10, erhältlich. Wir weisen auf das kürzlich in der „Jüdischen Rundschau" besprochene Werk von Hilaire Belloc „Die Juden" hin, das die Judenfrage vom Standpunkt des Katholizismus behandelt. Das Werk ist erschienen bei Koesel und Pustet, München. Wir weisen auf diese Schrift nicht hin, weil sie besonders neue Dinge sagt, sondern weil sie in etwas primitiver Weise antizionistische Tendenzen vertritt, die uns wahrscheinlich bald in der jüdischen liberalen Presse begegnen werden, mit denen wir uns also entschieden auseinandersetzen müssen. Für Fuxenstunden und Tendenzkonvente dürfte der Inhalt dieses Werkes eine geeignete Diskussionsgrundlage abgeben. Vox Studentium ist die Zeitschrift all derer, die aus dem Verantwortungsbewußtsein ihrem eigenen Volke gegenüber die Notwendigkeit erkannt haben, das studentische Denken und Leben anderer Völker kennen und verstehen zu lernen. Nur wer die Mentalität der aufsteigenden Generation anderer Völker kennt, kann bei der gegenseitigen Abhängigkeit der Nationen fruchtbringend in die Geschicke seines eigenen Landes eingreifen. Die Zeitschrift steht religiös und national auf völlig neutraler Basis. Dank ihrer direkten Beziehungen zu über vierzig verschiedenen Ländern,