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Der jüdische Student · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Date
1927-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Zur Kartcllarbeit Direktiven, Zielsetzungen und Programrae. Diesen gesicherten Gruv!. lagen, die sich sowohl auf die Formen und Inhalte unserer sachlkl. Arbeit, wie auf die menschlichen Kräfte, die uns zur Vcrfü^u.- stehen, erstrecken, haben wir es zu verdanken, daß das Karleil Krisen und L'rschüttci ungen der Kriegs- und Nachkriegszeit ühv!. standen hat, daß die Frage nach seiner Existenzberechtigung hctiL nicht mehr auftaucht, daß der größte Teil der Althcrrenschaft tnt.- aller Entfremdung und erschreckenden Beziehungslosigkeit das Gefühl der Verbundenheit mit dem Kartell, seinen Aufgaben und sein_;; Menschen nicht verloren hat, daß ständig neue Kräfte nachdrängen, die unser Werk weiterzutragen bereit sind. Wir haben allen Anlaß, uns dieser positiven Faktoren der gegenwärtigen Kartellsituation zu freuen, und sehen es als unsere Aufgab^ an, auf. diesen Fundamenten, die das Kartell bisher getragen haben, weiterzubauen. In dem heute gegebenen Bestand an sachlichen und menschlichen Kraftquellen, der in einer jahrzehntelangen Entwicklung erarbeitet worden ist, liegt aber auch eine große Gefahr, der weite Kreise des Kartells zu erliegen drohen. Man glaubt, daß es genüge, gute Verbindungen zu machen, in denen die Bun^esbrüder sich wohlfühlen, und in denen die sachliche Arbeit so gut wie möglich geleistet wird, man freut sich über die — auch von uns anerkannte — erhöhte Werbetätigkeit und ihre Erfolge, man lehnt „grundsätzliche" Drs-. kussionen ab und verliert sich so, alles in allem, in eine geschäftige Betriebsamkeit, der jeder Schwung, jedes Vorwärtsdrängen, jede zionistische Leidenschaft fehlt. Man übersieht, daß die Voraussetzungen, die uns heute unsere Arbeit ermöglichen, in Jahren geschaffen worden sind, in denen man in ernstem Bemühen und in leidenschaftlichem Kämpfen um die zionistische Idee rang, innerhalb und außerhalb des Kartells. Niemah gab es ein beruhigtes Sichabfinden mit Erreichtem und Gegebenem, sondern immer neu erarbeitete man sich den zionistischen Gedanken, suchte man den Notwendigkeiten der zionistischen Situation gerecht zu werden, führte man im Kartell die heftigsten Auseinandersetzungen über die Grundlagen und aktuellen Probleme des Zionismus und fand sich dann in gemeinsamer Front zusammen, wenn es galt, die Idee in der nichtzionistischen Umwelt durchzusetzen. In einem solchem Leben voll Spannungen, ernster Arbeit und freudiger Hingabe gewann all das Gestalt und fortwirkende Kraft, was das Karte!1 heute ausmacht und uns Grundlage unserer Arbeit ist. Ein müheloses Usurpieren der Werte und Kräfte, die frühere Genrationen erzeugt haben, darf es für uns nicht geben, sondern die formende Gewalt des K. J. V. wird sich immer nur dann erweisen, wenn seine Menschen nie stumpf und träge werden und wissen, daß der Zionismus den ganzen Menschen verlangt, daß Ruhe und behagliches Sichablin^'- mit den Bedingungen einer bestimmten Situation uns nicht vergönn' sein können, besonders in einer Zeit, in der unser Werk in Palästinn

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