Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 4 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Zur Winterarbeit muß vergessen sein, wenn wirklich eine Atmosphäre entstehen soll, die ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten ermöglicht. Nur wenn beide Teile mit Schwung und dem Bewußtsein, etwas Neues, *> Größeres ^u schaffen, beseelt sind, kann diese Chance, von der oben gesprochen wurde, genutzt werden. Uns allen ist bekannt, unter wie großen Schwierigkeiten heute die Werbearbeit geleistet werden muß. Wir sind davon überzeugt, daß auch die Propagandaarbeit des Kartells durch den Zusammenschluß gefördert wird. Mehr denn je muß das Kartell dieser seiner Hauptaufgabe gerecht werden und sich mit ganzer Kraft der zionistischen Propagandaarbeit zur Verfügung stellen. Wir hatten zu Beginn des Jahres die Ijar-Aktion. Diese war ein Auftakt und soll intensiv im Winter fortgesetzt werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß unsere Gegner eifrig an der Arbeit sind, und daß es unsere Aufgabe sein muß, ihnen in der Offensive zuvorzukommen. Diese unsere schwierige Aufgabe wird noch dadurch erschwert, daß in der Oeffentlichkeit Berichte über Pa Iästina erscheinen, die infolge ihrer Demagogie nur den einen Erfolg haben können, die Sache des Zionismus zu diskreditiere!!. Es muß aber Pflicht eines jeden Zionisten sein, welcher Partei er auch angehört, dafür zu sorgen, daß eine derartige Agitation un möglich ist. In unserer Arbeit werden wir bestimmt mit den Wirkungen derartiger Schreibereien zu kämpfen haben. Wir werden ihnen nur dann wirksam begegnen, wenn wir mit den Tatsachen vollkommen vertraut sind. Es war noch nie Sache zionistischer Politik, Tatsachen zu leugnen und „Wahrheiten über Palästina4' zu verschweigen. Wir alle wissen, wie schwer zur Zeit die wirtschaftliche Lage in Palästina ist und mit welchen Rückschlägen wir in der letzten Zeit zu rechnen hatten. Wir wissen andererseits, in welch bedauerlicher Weise die Eingänge für den Keren- Hajessod zurückgegangen sind. Diesem Rückgang muß Stillstand geboten werden, wenn nicht weitere schwere Krisen heraufbeschworen werden sollen. Das K.J.V.. wir alle müssen in dieser Arbeit für den Palästinaaufbau und für die Mittelbeschaffung in vorderster Linie stehen und durch restlose Erfüllung unserer Verpflichtungen dem Keren-Hajessod gegenüber unseren kleinen Bei trag dem Palästina-Aufbau freudig bringen. Alle diese Aufgaben können nur dann erfüllt werden, wenn das Erziehungswerk unseres Bundes ausgebaut und die spezifische Arbeit im Verbindungsleben durchgeführt wird. Dazu wird es nötig sein, daß der Meinungsaustausch über die Kartellprobleme und über sonstige zionistische Fragen lebhafter als bisher vor sich geht. Man hört vielfach Klagen darüber, daß der J.St. nicht oft genug erscheint. Trotzdem ist es kaum möglich, Artikel für unsere Zeitschrift von den Bundesbrüdern zu erhalten. Wir wissen, daß Bundesbrüder mit der Politik des Präsidiums nicht einverstanden sind, doch selten hat es einer dieser Bundesbrüder für nötig gehalten, seine entgegengesetzte Meinung dem Kartell