Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen und Notizen. Vereinigte Uebungsstätten jüdischer Sportverbände. Unter diesem Namen haben sich auf neutraler jüdischer Basis eine Reihe jüdischer Jugendverbände und Vereine Berlins zu einem Zweckverband zusammengeschlossen, um einen Sportplatz und eine Sporthalle für die jüdische Jugend zu schatten. Dem Verbände haben sich angeschlossen: Rcichsbund jüdischer Frontsoldaten Jüdischer Turn verein Bar Kcchba Boxclub Alakkabi Jüdischer Turnverein Berlin 1905 Kartell jüdischer Verbindungen K.C. Berlin Deutsch-jiddische Jugendgemeinschaft Der Zusammenschluss hat vor allem den Zweck, die jüdische Oettentlichkeit und die grossen jüdischen Verbände zur Förderung der Aufgabe des Verbandes zu gewinnen, und die gleichzeitig von . ,rschiedenen Seiten angefangenen Aktionen zu vereinen, um die Aussichten zur Erreichung des Zieles zu verbessern. Es ist nech zu bemerken, dass der Gedanke dieses Zusammenschlusses in den Tagen der Bedrohung zu Ende des vorigen Jahres entstand, und dass seit dieser Zeit eine sehr bemerkenswerte Annäherung der Auffassungen der verschiedenen, Richtungen sich vollzogen hat. Diese Annäherung besteht auf der Gegenseite in einem starken Erwachen und Betonen des jüdischen Seibstbewusstseins, wie es früher fast nur in nationalen Kreisen zu linden war, auf unserer Seite in der Erkenntnis, dass in den bre'ten Reihen des deutschen Judentums mehr oder weniger unbewusst ein sehr starkes jüdisches Empfinden Wurzel schlägt, das wir nur begrilssen und unterstützen sollen. Es wäre daher unklug, eine Zusammenarbeit, die die ganz unnötig scharfe Kluft zwischen den Parteien mildert, abzulehnen. Bisher war jedenfalls ein beachtliches Mass gegenseitigen Vertrauens in die sachliche Neutralität der Gegenseite und Verständnis zu beobachten, lieber weitere sachliche Ergebnisse wird noch berichtet werden. Vor einiger Zeit fand in Berlin die Gründuiigsversaminlun.g einer neuen bibliophilen Gesellschaft statt. Die Gesellschaft, die sich die besondere Pfiege des jüdischen Buches zur Aufgabe gestellt hat, nennt sich nach dem Namen der klassischen hebräischen Druckenamilie des XV. Jahrhunderts Soncino-Geselischaft der Freunde des jüdischen Buches e.V.. und will nach den Gesetzen der unlösbaren Gebundenheit von Buchinhalt und Buchform das schöne jüdische Buch schalten. Sie gibt -Beiträge zur Kunde des jüdischen Buchesals Vierteljahresschrift von jährl. 24 Bogen Umfang unter der Redaktion von Arnold Zweig heraus, während die bibliographische Beilage, die als Fortsezung der nach 21jährigen Bestehen vor zwei Jahren eingegangenen Zeitschrift h-r hebr. Bibliographiegedacht ist, Prof. A. Freiman, Frankfurt a. M. leben wird.