Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537784-3537788--6121-3544252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
160___Gründung des Landesverbandes Erez Israel des X. J. V. gen Anschluss an die übrigen jüdischen Gruppen im Lande gerichteten Tendenzen, da es dem einzelnen, wie bereits durch Erfahrung nachzuweisen sei, kaum möglich sein werde, sich den im Lande vorhandenen Gruppen unmittelbar anzuschliessen, während eine Berührung der Gruppen untereinander sich leichter herstellen» lasse. Schon die Möglichkeit, dass repräsentative Persönlichkeiten aller Gruppen im Kreise des K.J.V. auftreten könnten, sei wertvoll. Der gegenwärtige Zustand zeige, dass ohne eine gruppenmässige Zusammenfassung es dem einzelnen schwer falle, die Schwierigkeiten des Landes und des neuen Lebens zu überwinden. Die K.J.V.-Organisation würde eine Stelle bieten, von der aus durch gegenseitige Hilfe die Schwierigkeiten des Ueberganges gemildert werden könnten. Wichtig sei es auch, dass hier die Möglichkeit einer öffentlichen Aussprache über die Fragen des Landes und des Zionismus geschaffen würde. Bedenken und Anregungen könnten dadurch aus der wenig wertvollen Form privater Unterhaltungen in einen verantwortlichen und dadurch wirknngsfähigen Kreis herausgeholt werdea. Die Organisation des K.J.V. sei auch notwendig als Instanz, welche mit Autorität über die zionistische Haltung der Bundesbrüder und ihre Beziehungen untereinander urteilen könne. Rosenblüth wies ferner auf die grosse Bedeutung Inn, welche eine K.J.V.-Organisation für das K.J.V. ausserhalb Palästinas erhalten könne. Sie könne die Möglichkeiten der Ueberführung von Bundesbrüdern planmässig auszunutzen und würde schon durch ihre Existenz und durch ihre Arbeit im Lande der Arbeit des K.J.V. starken Antrieb geben. Schliesslich würde die K.J.V.-Organisation auch, indem sie die anderen im Lande ansässigen deutschen Zionisteia heranziehe, zu deren Zus^mmenschluss beitragen,. In der Diskussion wurden Bedenken gegen die Gründung erhoben, weit die Zusammenfassung der K.J.V.er im Verhältnis zu den im Lande gegebenen Bindungen keine genügende Grundlage habe. Insbesondere unterschieden sich, wie Max Hirsch und Sambursky ausführten, die Bundesbrüder in ihrer Stellung zur Arbeiterschaft so stark voneinander, dass eine Einheitlichkeit, die ernsthafte zusammenfassend: Wirkungen haben könne, nicht möglich sei. Es komme daher höchstens die Bildung einer losen* Organisation in Frage, die durch Organisierung gegenseitiger Hilfe nützlich sein, aber keinen engeren Zusammenschlüss mit sich bringen könne. Gegenüber dieser Auffassung wurde von mehreren Diskussions- Rednern darauf higewiesen, dass eine K.J.V .-Gründung in Palästina nur dann einen Sinn habe, wenn sie starken, verpflichtenden Charakter trage. Der Zusammenschluss sei möglich nicht nur wegen der gemeinsamen Vergangenheit, sondern auch wegen der in der Gegenwart wirkenden und deutlich wahrnehmbaren K.J.V.-Eigenschaften der Bundesbrüder und wegen der wichtigen praktischen und ideeilen Aufgaben, die Felix Rosenblüth bezeichnet habe. Von Preuss wurde darauf hingewiesen, dass die K.J.V.-Organisation keinerlei Stellung zu irgend welchen Parteifragen zu nehmen habe, dass andererseits eine einheitliche Einstellung zu bestimmten Parteigruppen keineswegs nötig sei-