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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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32 Aus dem Referat von Herbert Foerder werden, andere jüngere Menschen zu beeinflussen und zu führen. Aber derartige Lösungsversuche sind nicht möglich, da ein Vaakuum in unserer Arbeit entstehen würde, das unbedingt vermieden werden muss. Sie sprechen vielmehr von einer gewesen Jugendlichkeit. Für Männer—und im K.J.V. sollten nur Männer führen — wird die Lösung darin liegen, ein Gleichgewicht zwischen Beanspruchung und Können,' eigener Arbeit und Leistung für die Gesamtheit herzustellen. Der Betrieb (den die Unterhaltung jedes grösseren Kreises mit sich bringt) darf uns die Erkenntnis dauernder Unzulänglichkeit, das Sehnen nach Weiter entwicklung nicht* nehmen. Anderseits aber müssen die, die ein gewisses menschliches und zionistisches Stadium erreicht haben, imstande sein, neben eigener Weiterarbeit junge Menschen zu formen und zu erziehen. Für das Kartell jedenfalls ist es von entscheidender Bedeutung, dass sein geis.iges Niveau gehoben wird. Ungeistige Organisationen sind auf die Dauer eine Unmöglichkeit. Vielleicht können diese bestehen als wirtschaftliche Zweckverbände, nicht aber auf einer Basis, wie wir sie für das Kartell haben wollen. Es muss wieder über' unsere Probleme eine wirkliche geistige Auseinandersetzung * möglich sein, wieder sachlich divergierende Ansichten geben, Kämpfe, Entscheidungen, und nicht nur unsere Probleme müssen zur Diskussion gestellt werden, sondern der gesamte geistige Gehalt des Zionismus. Und hier ist es so: es gibt heute bereits sehr viel Erlernbares, Material, das man als Voraussezung für jede Unterhaltung braucht. Dies darf aber bei uns kein toter Stoff bleiben, den man mechanisch aufnimmt, vielmehr müssen wir zu einer selbständigen Stellungsnahme, zu einem Fortbilden, Beherrschen des Stoffes im wahren Wortsinne gelangen. Um dieses unbedingt notwendige Ziel zu erreichen, brauchen wir neue Menschen und zwar solche, die von gewisser menschlicher Fülle und Ausmass sind. Diese sind nur im Kampfe, im geistigen Ringen zu gewinnen. Es gibt heute bestimmte Strömungen, denen junge Juden sich .gern hingeben, die uns' nicht geneigt sind. Einmal jenes Streben nach wirtschaftlichem Mach;!'gefühl, das eine idealistische Bewegung kaum noch versteht, bei andern wieder ein starker Individualismus, der sich in einem bestimmten äsrhetisierendem Philosophieren auszuwirken sucht. Diese Modeströmungen müssen von uns überwunden werden. Wir können es, da wir stärker sind als die andern, ernsthafter und wahrhafter im Ziel. Niehls ist so verkehrt wie d:e Ansicht, wir könnten bei unserem augenblicklichen Zustand nicht werben. Wir führen die Menschen den richtigen Weg, wir machen sie besser, selbst dann, wenn wir sie nur mit unzulänglichen Mitläufern unserer Bewegung in Berührung bringen können. Das Kartell mus vielmehr seine Kräfte einsetzen für diese Aktion. Diese Aktion kann aber nur erfogreich durchgeführt werden bei straffs;er Organisation, und hier zeigt sich eine Aufgabe von entscheidender Bedeutung. Der Sinn des K.J.V., die Berechtigung seiner

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