Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Alfons Goldraann nachstehenden Beschluß der VJSt. ,,Kadirnah*\ Hamburg, als bindend anzunehmen.; t - Die Kacimah beschließt, daß ab 1. Januar 1924 jeder"Aktive für den Palästina-Fonds des KJV. einen monatlichen Beitrag zu leisten hat in Höhe desjenigen Beitrages, den er andernfalls an den Keren Jlajessod abzuführen haben würde. Dieser Beschluß gilt für Aktive unter 21 Jahren und ohne steuerpflichtiges Einkommen. Es wird beschlossen, diesen Antrag dem nächsten Kanelltag zur Annahme zu empfehlen. Das Präsidium kann diesen Antrag nur aufs Wärmste empfehlen und bemerkt zu seinem Inhalt, daß es durch das Direktorium des Keren Hajessod freigestellt wurde. Personen unter 21 .Jahrtu und solchen, welche über kein festes Einkommen verfügen, zu Sonderfonds heranzuziehen. Wir empfehlen den Verbindungen, einen Bundesbruder zu ernennen, welcher sich* speziell mit der Durchführung dieser Arbeft in der Verbindung befaßt. - Das Prasldiurrr des KJV. Alfons Goldmonn Ein Nachruf von Alfred Arnsdorf (Hamburg). Am 1. Dezember ist unser Bundesbruder Dr. Alfons Gokimanu im .Indischen Krankenhaus in Hamburg gestorben. Ein grausamer Tod hat dem heldischen Leben dieses jungen Bundesbruders, der sein 25. Lebensjahr nicht vollenden durfte, ein irfthes Ende bereitet. Ein heldisches Leben hat er geführt, solange wir ilm* kannten, ein Leben inbrünstiger Lebensbeiahung und stärksten Lebenswillens im Kampfe gegen sein tückisches Leiden, das er verzweifelt bekämpfte und vor dem er nur schrittweise zurücku »ch. immer wieder bewundernswerte Leistungen ai. sich herausholend, sich hochreißend zu neuer Arbeit und neuen Zielen. Endlich unterlag er. noch jung und Jebensdurstig. ein tragisches Opfer der grausamen Natur. — Adlons Goldmann ist zu uns als Ziouist gekommen, ais einer, der das K.P.'. als Basis und Stätte für die Entwicklung seiner zionistischen Energien sucHti:nd brauchte. Er war nicht der gewöhnliche Tvp des jungen Bundesbruders: früh am" sieh selbst angewiesen, vom Leben hart angefaßt, war er gewohnt, durch Selbsiieisnmg zu werden. Er arbeitete an sich mit einer Energie, wie wir. sie wieder nicht sahen. Auf vielen Gebieten ein Autodidakt, schuf er an sich abseits der „bewährten" Methoden, originell in Mittel und Richtung, in stefer sichtbarer Entwicklung bleibend, und es schien, daß ihm all das Erreichte zur Basis wurde, auf der er vorwärisstrebend neue ungeahnte Energien entwickeln dürfte. Das alles una*r dem zermürbenden Druck der Existenzsorge, unter den lähmenden Hemmungen seines Leidens. Man gewann den Eindruck, daß diese starke Persönlichkeit, dieser kluge, selbstsichere Geist wachse mit der Zahl der Widerstände, die sich vor ihm auftürmten. Bezwingend war sein Lebenswille. sein Optimismus, seine Aktivität und aus der Fülle seiner mit göttlicher Energie begnadeten Persönlichkeit als köstliche Frucht aufopfernde UnLrgennütztgkeit. Wir kannten ihn. ais er .sich durch Jahre mit seinem ganren geistigen und physischen Können uneingeschränkt hingab an die Arbi.ii für unser Volk, diese Arbeit suchend, aus höchster Selbstverantwortung heraus, nicht sichtend das Wichtige und Unwichtige. Leichte und Schwierige, ohne jeden Seitenblick auf Anerkennung. Wir haben selten einen Menschen gesehen, wie ihn. dem. Leistung für den Zionismus Gottesdienst war. den er gläubig, voll Ehrfurcht und Hoffnung verrichtete, opfer-