Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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waren sich darin einig, daß mit der rein organisatorischen Aenderimg .noch nichts erreicht war, daß vielmehr Hand in Hand mit der orgamsatorischen. Umgestaltung eine Wiederbelebung des zionistischen Interesses, eine Zurückführung eines großen Teiles der Alt-Herrenschaftzu- - «inmst^&cher Pflichterfüllung und eine Festigung des imndesbrüderliehen Zusammenhanges erforderlich ist. Es war von besonderer Wichtigkeit, in Berlin diesem Ziel der Neugestaltung und Wiederbelebung der. Alt-Herrenschaft näherzukommen. Hier ist die Lage eine derartige, daß es ebenso verheißungsvoll wie schwierig ist, diese Aufgabe durchzuführen. In Berlin wohnen .imgt-uihr 230 Ahe 11er- . cm fast ein-Drittel der gesamten Alt-Herrenschaft des Kartells. Man kann getrost sagen, daß die Akherrenrrage des Karieiis fast gelöst wäre, wenn es gelänge, diese Berliner Altherrenschafi ganz oder nur zum wesentlichen Teil zu aktivieren. Der Durchführung dieser Aufgabe stehen aber ganz besondere Schwierigkeiten entgegen. Die großstädtischen Verhältnisse haben es mit sich gebracht, daß die Berliner Altherrenschaft fast vollständig atomisiert ist. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Alten Herren hat kaum noch bundesbrüderlichen Zusammenhang:. Der Zusammenhang zwischen Alten Herren und Korporation war auf Grund der Entwicklung der letzten Jahre fast überall verloren gegangen. Die Ahherrenbiir.de der Berliner Verbindungen hatten zum Teil nur ein papierenes Dasein, zum anderen Teil dokumentierten sie ihre Ex'svenz nur durch gelegentliche Zusammenkünfte. Der Berliner Bezirksverhand gab sich redliche Mühe, diese unhaltbare Situation zu ändern. Auch er aber begnügte sich im wesentlichendamit, Diskussionen über zionistische Probleme oder über Kartei]fragen zu veranstalten, zu denen stets nur derselbe kleine Kreis von Bundes-bnidern erschien. Die Masse der Altherrenschaft ließ den Bezirksverband unbeachtet. So wurde aber weder ein bundesbrüderlicher Zusammenhang geschaffen, noch wurden zionistische Energien erweckt. Wenn diese Situation umgestaltet" werden sollte, so war das weder durch den Bezirksverband noch überhaupt durch seine Methoden möglich. Es ist nicht möglich, von vornherein die große Masse der Berliner Altherrenschaft zu erfassen, es ist auch nicht möglich und hat auch keinen besonderen Wert, ihnen gelegentlich einen Vortrag halten und sie dann wieder auseinandergehen--zu lassen. Aus diesen Erfahrungen heraus entstand der Gedanke der Altherrenkorporatio n. Bereits nach .dem Fusionskartelltag und noch vor der Defusion trat eine Anzahl Berliner Bundes- - brüder zusammen und -beschloß die Gründung eines A 1 t h e r-r e n b u n d e s „Kadi m a h". Dieser Bund ist nun 'Wirklichkeit geworden. Zweierlei unterscheidet den A. H. B. ..Kadimah" von den bisherigen Altherrenorganisationen: die Pflicht der Unterwerfung unter die Bundesbeschlüsse; insbesondere die Präsenzpflicht bei den offiziellen Veranstaltungen, und die Pflicht der Unterwerfung unter die Aufsicht des Bundes über die zionistische Tätigkeit seiner Mitglieder. Durch beide Maßnahmen hoffen wir, sowohl bundesbruderlichen Zusammenhang als auch zionistische Pflichterfüllung herbeizuführen. Wir sind dabei der Ueberzeugung, daß nichts mehr den Zusammenhang innerhalb des Bundes fördern wird als das Gefühl, daß alle seine Mitglieder ihre zionistische Pflicht erfüllen. Wir lehnen es dabei ab. einem Ausleseprinzip zu huldigen. Jeder Berliner Alte Herr, der sich den Statuten der „Kadimah" (die -nachstehend abgedruckt sind), unterwirft, steht der Eintritt in die „Kadimah" offen. Die Veranstaltungen der ^Kadimah" finden regelmäßig an jedem zweiten Mittwoch statt. Die bisherigen Zusammenkünfte wurden in der Wohnung von Bbr. Zamory abgehalten. Es finden einerseits Aussprachen über zionistische Probleme statt, andererseits sollen die Bündesbrüder auch rein gesellig zusammenkommen. Es ist auch, beabsichtigt, geeignete Veranstaltungen anderer Organisationen, insbesondere auch des .Bezirksverbandes, offiziell zu besuchen. Die Gründungsversammlung der ..Kadimah" hat am 14. März stattgefunden. In ihr wurden die Bundesstatuten beraten und beschlossen, so-