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Der jüdische Student · 1923-05-01 · Heft 3 (Mai 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 3 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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7S Scmeswrberich-ie große Belastung diese Inanspruchnahme in ihren .Auswirkungen luv das Lehen der. Verbindung darstellen mußte. Hinzu kam, daß der Rest der Bundesbrüder, deren Wirksamkeit die Maccabaea ihren langsamen Aufstieg verdankte, dieser Rest also, den nicht Kartellgründe von der Mitarbeit in gewohntem 'AIaß zurück«leiten, sich aus beruflichen .Gründels eine gewisse Beschränkung auferlegen mußte. Dies noch dazu in einer Zeit, in der die lAktivitas nicht fähig war, aus ihrer Mitte Burschen mit Qualitäten zu stellen, die ausgereicht hätten, um über ein Semester zur Not hinwegzuhelfen/ Daher übernahmen zwei aus der Provinz überwiesene Bundesbrüder die Chargen. Der Ferienbetrieb war schlecht gewesen, die Stimmung bei Semesteranfang so lau. wie es nach manchem Semesterschluß begreiflich ist. Der Zusammenschluß der großen Aktivitas— die'Einrichtung der-Inaktiven hatten wir abgelehnt — fiel uns daher schwer, wenn er uns auch durch einen, in der Maccabaea besonders günstigen Umstand erleichtert wurde. Die Ar t der Wirkung des in der Maccabaea bestehenden Kreises von Menschen, die lange miteinander gearbeitet hatten und für die Chargierten, die sich leicht und gern fügten, einen unentbehrlichen Rückhalt bedeuteten, wird in der Darstellung des Verlaufs dieses Semesters keinen Ausdruck finden können: es muß aber betont werden, daß hier die Vorbedingungen für jede fruchtbare Tätigkeit gegeben waren. Die Fuxenstunde. die Leo Rosenblüih übernommen hatte, kam* anfangs nicht recht zustande: Verhinderung des Leiters. Wechsel der Teilnehmei ließen auf keiner Seite das erforderliche Interesse aufkommen. Die Teilnahme am Kurs Fritz Löwenstein wurde bald schwächer. Das^ Turnen war ganz gut besucht, aber die Freude am Wiederkommen fehlte. "Die Wanderungen, die ab und zu stattfanden, schwankten zwischen schlecht und mittelmäßig — auch hier fehlte der rechte Geist. Dazu belastete uns der vor Semesterbeginn. eingerichtete „Sprechsaar, den wir bald nrit^pessimistischen Gefühlen ..machten". Die Freitag-Abende auf ein erfreuliches Niveau bundesbrüderlichen Beisammenseins zu heben, gelang uns nicht; wirklich schöne Stunden gemeinsam zu erleben, war -einigen Weragen vorbehalten. Das „Zionistische Seminar", auf das wir manche Hoffnung gesetzt hatten, ging in dem Fusionswirrwarr unter, nachdem "es schon in der kurzen Zeit seines Bestehens enttäuscht hatte. Die Zeit vor der Fusion, die uns in Anspruch nahm, ohne uns za fördern, bedarf keiner sich in Einzelheiten verlierenden Darstellung. Weniger noch als sie berührte uns eigentlich die Episode der Fusion selbst. Sofort nach den Ferien wurde uns klar, daß an eine Durchführung unserer Piäne nicht zu denken sei. Nach einer verhältnismäßig langen Verschleppung von Seiten der Blau-Weißen, entschlossen wir uns zu einer masjtier- :e:i Form der Arbeitsgemeinschaft. Vier Tage darauf ging die Fusion ause.ivnder. Die Zeit hatte uns inzwischen ein Stück weiter gebracht. Wir waren uns menschlich näher gekommen, das Gros hatte sich gelichtet und war dann geschlossener geworden. Das Wandern, das ein kleiner Stamm mit wachsendem Anhang regelmäßig betrieb, brachte uns Freude und Erholung. Das Turnen war., dank der sehr guten Leitung, zu einem starken-Anziehungspunkt geworden. Die Fuxenstunde war regelmäßig von einer Menge neuer Menschen besucht. An Stelle des Kurses für Aeitere war, da die berufliche Ueberlastiing des Leiters sich noch gesteigert hatte, eine Art Arbeitsgemeinschaft unter Arinstein getreten. Die Zahl der Teilnehmer war gering, aber, konstant, das Interesse an den Referaten über palästinensische Fragen bei Referenten und Zuhörern groß. Eine andere Gruppe (unter Jonas) beschäftigte sich mit der Lektüre Jerimias: ferner hatten sich einige Bundesbrüder zu einem hebräischen Kurs für Fortgeschrittene zusammengefunden, hie und da gelang uns von den sonstigen Zusammenkünften ein Leseabend, ein gemeinsamer Theaterbesuch oder ein anspruchloses Beisammensein. Als durchaus mißglückt sind sämtliche Konvente anzusehen, die zum Teil unerträglich waren.

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