Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Verbin Junten und Bezirksverbänden. 179 empfangen konnten. Im großen und ganzen konnte icstxcstcllt werden, daß sich im Kartell ein erfreulicher Umschwung im Sinne der Zusammenarbeit und des persönlichen Konnexes vollzieht, der während der Kriegszeit und später teils durch äuBere Umstände» vorwiegend aber durch die großen Gegensätze in Lebensauffassung und Lebensführung so gut wie verlorengegangen war. Am Abend der Tagung veranstalteten wir einen Werbe-Abend, der sehr gelungen gewesen wäre, wenn - Keilfüxe erschienen wären. Zeit genug zur Bearbeitung hatten die zur Verfügung stehenden jungen Bundesbrüder, genügend Abiturienten waren auch vorhanden, genaue Instruktionen über die Technik des Keilens sind von uns Aelteren ebenfalls erteilt worden, trotzdem waren von 20 Abiturienten vier erschienen, sämtlich Blau-Weiße, sowie ein Herr, der von Bbr. Nothmann aus Erlangen geschickt wurde. Es erfolgte eine Aktivmeldung. Moral: Wenn man überhaupt Wert auf das Keilen legt, so muß in den Verbindungen dies den Bundesbrüdern systematisch wieder beigebracht werden, ohne Rücksicht auf besondere Zu- oder Abneigung zu dieser Tätigkeit. Das nebenbei! Das Keilen soll eine ausgezeichnete Uebung für das etwas ramponierte Pflichtbewußtsein der jüngeren Generation sein! K a t z. Bezirksverband Nord-Ost. Am 16. '4. 1922 vorm. fand auf der Kneipe der VJSt. Macca'baea die Gründungs Versammlung des BV. Nord-Ost statt, zu der ca. 40 Bundesbrüder aus den Provinzen Ost- und Westpreußen erschienen waren. Leider konnte niemand von Danzig herüberkommen. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden über Form und Organisation unseres BV., wurde Bundesbruder Motulsky zum Leiter des BV. gewählt, zu seiner Unterstützung ist Bundesbruder Konn bestimmt. Bbr. L e w a 1 d wurde gebeten, bei der zionistischen Arbeit iür die Provinz und bei der Leitung der Zionistischen Arbeitsstelle vor allem in der Jugendarbeit mitzuwirken. Der Ehrenrat setzt sich aus den Bundesbrüdern Stein, Georg Cohn. Wolif, Silberstein und Sandler zusammen. Den Mittelpunkt der Tagung nahmen die Referate von Ginsberg ßber „Zionistische Gegenwartsarbeit4', von Schioßberg über „Dienstpflicht des KJVers" und von Lcwald über „Jugendarbeit44 ein. Wir gaben damit einen Ueberblick über die schwebenden Fragen des neuen BV. und können hier anschließend unsere Arbeit so einteilen, daß sie fruchtbringend wird. — In der Debatte kamen alle Bundesbrüder aus der Provinz zu Wort, um uns aus ihrem Kreise zu berichten. Wenngleich die Aussprache nicht sehr intensiv war, klärte sie doch manches auf, so vor allem, daß manche dringende Arbeit in den Provinzstädten jetzt wohl mit mehr Eifer und Sorgfalt gemacht werden wird. Das gilt vor allem von der Keilarbeit, über die uns Bundesbruder Scheresche wski eingehend berichtete. Zu Delegierten des Kartelltages wurden bestimmt: Motulsky und Goldberg, zu Ersatzdelegierten: Hoilenderski und Arno L e w i n. Wenn es uns gelingt, die Arbeit, die deT BV.-Tag vor uns aufgerollt hat, zu erledigen, hoffen wir für das KJV. und für unseren Zionismus fruchtbringend tätig zu sein. Besondere Anträge über die Stellung zur AH.-Frage und zu unserer Verbindung, sind nicht gestellt worden, weil das Leben des BV. ja eng mit dem der anderen KJV.-Organisationen hier verknüpft ist und sich somit alles in der Praxis leicht wird regeln lassen. — Am Abend trafen wir uns alle bei Bundesbrüder Silberstein zum Tee. Ihm und •seiner Frau Gemahlin sei auch an dieser Stelle für ihre große Mühe herzlichst gedankt. Julius Motulsky.