Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte *83 zionistische Jugendtagung 'für Ostpreußen, inklusive Danzig und Memel, statt, die sich einer stattlichen Teilnehmerzahl erfreute und einen gutem Verlauf nahm. Den ersten Tag füllte eine Treffahrt aus, der zweite war Beratungen in der Stadthalle gewidmet. An den Sitzungen und der sich abends anschließenden Trumpeldör-Gedächtnisfeier nahmen alle Bundesbrüder teil. -— ***. — Die Feriencharge für die großen Ferien übernahm S. Schereschewsky.. — *** Hebräisch wurde von S. Sambursky und den Brüdern E. und S. Schereschewsky im Jugendausschuß in getrennten Abteilungen unterrichtet. Die Teilnahme der Bundesbrüder war infolge ,„Examensarbeitsüberlastung<f gering. P e r s on a 1 i a: Als unbrauchbar wurde Gulkewitsch (Fux) abgegeben. Neu aufgenommen wurden; stud. med. W. Hirsch (Königsberg) stud. jur. J. Hirsch (TJ derwangen, Ostpr.) stud. jur; M. Kahn (Memel) stud. rer. merc. N. Zalkewitz (Memel) stud. rer. pol. M. Schulmann (Memel) stud. phil. J. Rosenberg (Königsberg) A. H.iert wurde i. a. B. ]VL Hollenders&i. Das med. Staatsexamen bestanden: A. H. Oh. Feinstein u. A. H. M. Hollenderski, Zehn Bbr.Bbr. bestanden (teils mit, teils ohne Schwanz) das ärztliche bzw. zahnärztliche Vorexamen, A. H. A. Petzall das Assessorexaraen. Es verlobten sich: A. H. D. Arnsdorf mit Sara Millakowsky, A. H. S. Berlowitz mit Rosa Schlapobersky. A. H. B. Ostrowsky ist ein Seibit. B. H. Katzellenbogen eine Tochter geboren worden. Gegen Schluß des Semesters konnten* wir Bbr. Oskar Theodor aus Palästina bei uns begrüßen. A H. F Berlowitz hat zum ür. * med. dent. promoviert, und sich in Dresden als Zahnarzt niedergelassen. Louis Petzall * V.J.St. Ivria, Heidelberg. Um unsere Arbeit des vergangenen Semesters im rechten Licht zu zeigen, ist es nötig, die Aktivitas in zwei Teile zu trennen, in den der älteren und den der Jüngeren. Die Mitarbeit der Burschen war schlecht, auch wenn man berücksichtigt, daß ein großer Teil von ihnen Examenssemester war. Die Gründe hierfür sind m. E. bei uns zu bekannt, als daß sie\noeh aufgezählt werden müßten. Jedenfalls lag es nicht an der Verbindung selbst, die Burschen hatten Gelegenheit genug zum Arbeiten. Bbr. Leschnitzer gab einen ausgezeichneten ,,Burschen"-Kurs, der "den Hellenismus zum Thema hatte. Den Titel „Burschenkurs" trug er aber leider nur nach seiner Bestimmung. Teilgenommen und Referate gehalten wurde nur von seiten der Füxe. Damit komme ich zur Arbeit der jüngeren Bundesbrüder. Von ihnen kann man sagen, daß sie in dieser Beziehung ein gutes Semester hinter sich haben. Bbr. Ernst Simon gab einen ausgezeichneten Fuxenunterricht, von dessen Erfolg das Burschenexamen Zeugnis ablegte. — Der Geschichtskurs, den uns Herr Leibowitz gab, war ebenfalls auf der Höhe, wurde aber auch fast nur von Füxen regelmäßig besucht. Hebräisch lernten wir in 2 Kursen. Den für Fortgeschrittene gab Hans Levy, den für Anfänger Arthur Meyer. Beide Kurse wareif gut und erfolgreich. Sport wurde auch nur von einigen Wenigen getrieben, und wenn wir in Wertheim den Sieg davontragen konnten, so ist dies kein Ruhm der Verbindung, sondern der einzelner Leute. ' Im ganzen ist über das Semester zu sagen, daß es wirklich auf der Höhe hätte sein können, wenn die Burschen auch nur ein wenig Willen zur Mitarbeit gehabt hätten. So aber wirkte ihr Verhalten einfach demoralisierend besonders auf die neuen Bundesbrüder, die, wenn auch nicht mit den höchsten, doch mit anderen Erwartungen zu uns kamen und so maßlos enttäuscht wurden. Ich glaube einen Grund zu kennen, der schon seit langem auf die Heidelberger Verbindung einwirkt und das ist der, daß die Bundesbrüder, die einmal in, Heidelberg sitzen, nie wieder herausgehen. Sie verbringen ihr ganzes Studium dort. Es kann kein Einwand sein, daß man in der Nähe zu Hause ist. Finanziell schaltet das gänzlich aus, denn die Kosten sind wo anders dieselben. Und wenn man mal ein Semester lang nicht zu Hause war, so dürfte dies wohl zu überwinden sein. Aber dadurch, daß man seit Semestern an demselben Ort in großer Überzahl weilt, bilden sich die exklusivsten Grüppchen, die kaum geneigt sind, einen Neuling aufzunehmen. - Auch neue Leib Verhältnisse sind hierdurch unmöglich.