Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537761-3537765--5299-3543413- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Berichte 181 Gruppe Karlsruhe. * Bauer* Daniel**. 10 Aktive. — Das letzte Sommer-Semester stand unter dem Zeichen des Sports, der bisher stark vernachlässigt war. Es wurde regelmäßig und fleißig gespielt, Leichtathletik getrieben und geschwommen. An Kursen fanden statt: eirf Palästinakurs, den Bbr. Daniel leitete und ein Geschichtskurs als Fortsetzung des Kursus aus dem Winter-Semester, der jedoch nur unregelmäßig abgehalten wurde. Letzterer stand unter Leitung von A. H. Dr. Julius Rosenfeld. Für Hebräisch hatten wir in diesem Semester keinen Kursleiter. Ein Teil der Bundesbrüder versuchte, sich einzeln weiter fortzubilden. Gegen Ende des Semesters übernahm A. H. Dr. Wulff einen hebräischen Kurs für Anfänger. Das Verhältnis der Bundesbrüder untereinander war verhältnismäßig lose, wodurch manche Mißhelligkeiten zu Tage traten. Wir freuten uns über die Übersiedlung von A. H. Dr. Arinstein und. A. H. Dr. Wulff nach hier, die beide regen Anteil an unserer Arbeit nahmen. Die Sehekelaktion wurde energisch gemeinsam mit dem Blau- Weiß durchgeführt. Erstmalig führten wir auch in diesem Semester eine Selbstbesteuerung der Bundesbrüder für zionistische Zwecke durch. Personalia: Austrittsgesuch von Bbr. Fritz Morgenroth wurde genehmigt. Alfred Daniel** V.J. St. „Hatikwah", Leipzig. Das Semester war nicht befriedigend. Die wissenschaftliche Arbeit war sehr mäßig. Die hebräischen Kurse waren gut geleitet, doch ließen es viele Bundesbrüder an der nötigen Mitarbeit fehlen. Was den Geschichtskurs betrifft, so mußte dieser infolge der Pflichtvergessenheit des ursprünglich zu seiher Abhaltung bestimmten Bundesbruders nach der ersten Kursstunde einem andern Bundesbruder, der darauf nicht vorbereitet war, übertragen werden. Teils diesem Umstände, teils dem mangelnden Interesse der meisten Füxe ist der Mißerfolg dieses Kurses zuzuschreiben. Die beiden Tendenzkurse waren gut geleitet, doch ist ihr Erfolg zweifelhaft; denn es zeigte sich, daß ein großer Teil unserer Füxe den Anforderungen nicht gewachsen war, die wir an unsere jungen Bundesbrüder stellen müssen. Außerdem gaben wir noch einen Kurs über K. J. V.-Geschichte. . Die Außenarbeit war zufriedenstellend. 'Wie uns durch die Z.-A. von der Ortsgruppe übertragenen Arbeiten (Sekretariatsarbeiten, Schekelsammlungen usw.) wurden restlos und erfolgreich durchgeführt. Einzelne Bundesbrüder standen in der Außenarbeit an verantwortlicher Stelle, so im zionistischen Jugendverein, im Turnverein, Blau-Weiß und auf der jüdischen Siedlung. Wir hatten aber so wenig Kräfte zur Verfügung, daß diese Bundesbrüder zum größten Teile nicht genügend am Verbindungsleben selbst teilnehmen konnten. Die Verbindung nahm korporativ an den Veranstaltungen des Turnvereins teil. Das innere Leben der Verbindung litt darunter, daß von unsern S2 Bundesbrüdern 12 Füxe^und 8 Jungburschen waren. Letzteren mußten sämtliche Kurse und Ämter, mit Ausnahme der Tendenzkurse, übertragen werden. Infolge der im Verhältnis zur Stärke der Verbindung viel zu großen Anzahl der Füxe mußte die Arbeit an diesen I^ixen fast die gesamte Ihnenarbeit der Verbindung ausmachen, während für die Weiterbildung der Burschen in allgemein zionistischer und wissenschaftlicher Hinsicht nichts getan wurde. Leider entsprächen viele Füxe ihrer Veranlagung nach nicht unseren Erwartungen, wie uns am Schlüsse des Semesters zur Gewißheit geworden ist Im allgemeinen wurde die Verbindungsarbeit durch die mangelnde Disziplin vieler Bundesbrüder sehr erschwert. Cha-