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Der jüdische Student · 1921-03-01 · Heft 2 (März 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 2 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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Berichte 77 Suder-V. J. St. Berlin. Dieser Bericht soll nur von dem ersten Teil des Winter-Semesters, etwa bis zum Kartelltag, handeln. In einem Ruderverein bedeutet natürlich Winterbetrieb immer etwas, was den Bundesbrüdern einen kleinen Schrecken einflößt Anstatt wie im Sommer jeden Sonntag und auch sonst in der Woche auf den Wassern der Oberspree zu rudern, müssen wir uns im Winter mit Ausflügen oder Waldläufen begnügen. Ferner hatten wir alle acht Tage Kastenrudern, das diesmal, weil der Kasten mitten in der Stadt lag, sich eines regen" Besuches auch von Seiten der Alten Herren erfreute und den Betrieb überhaupt sehr erleichterte. Da beim Kastenrudern auch eine Anzahl Turngeräte benutzt werden konnten, sahen wir von einem offiziellen Turnabend ab. Die Fuxenstunde wurde von Bbr. Paul Hirsch gegeben über die Geschichte des Zionismus; Bbr. Gustav Loebenstein hielt einen Geschichtskurs ab. Die geselligen Veranstaltungen wurden auf eine andere Grundlage gestellt. Da wir eine große Anzahl von Mitgliedern haben, war es unmöglich, diese bei einem einzigen Zusammensein zusammenzuhalten. Es wurde daher der Hauptwert auf die Leibfamilien gelegt. Jeder große Leibfamilienkomplex — es gibt im Rudervereiri fünf — ist wöchentlich einmal bei einem Bundesbruder zusammen, wo man entweder gemeinsam ein Buch liest und sich über jüdische oder nicht jüdische interessante Dinge unterhält. Allen Bundesbrüdern vom zweiten Semester an ist Hebräisch offiziell; wir lernen in der Sprachschule oder im Hebräischen Seminar. Der Bahnhofsdienst, der für ostjüdisehe Durchwanderer eingerichtet ist, wird jeden Dienstag von uns gestellt. Ich glaube, daß in diesem Semester auch die Zusammenarbeit mit der Ivria vollkommen durchgeführt ist. Wenn im vorigen Bericht des Rudervereins noch davon gesprochen wurde, daß man über das Gelingen der Fusion nichts sagen könne, so ist m. E. die Fusion jetzt konsolidiert. Auf dem Kartelltage wurde ja auch festgestellt, daß vom Ruder verein nichts gegen die Kartelldisziplin getan worden ist. Nach dem Kartelltag mußte eine Neubesetzung der Chargen vorgenommen werden. Sie sind folgendermaßen: Friedrich Max Simon* Siegfried Holzer** Kurt Rosenberg*** (Ivria). Personalia: Unsere Allen Herfen Martin Exiner, Moritz ßileski, Kurt Pick haben sich verheiratet. Bertold Cohn ist eine Tochter geboren worden. Emanuel Roer hat sich verlobt. Wir gratulieren ihnen allen nochmals auf diesem Wege herzlich. In den B. C. wurden rezipiert: Siegfried Holz er, Martin Abraham I, Eugen Wolff, Albert Samt er, Maximilian Preses, Wilhelm Wolf, Werner Heß, Fritz Glaser, Max Schindler. Neuaufgenommen: stud. ing. Erich Pinkus. Pafcl Hirsch K. J. V.er - Gruppe Darmstadt. Wir verzichteten, da wir unsere Hauptaufgabe in einer inneren Festigung unserer Gruppe sahen, in diesem Semester auf eine ausgedehntere Keiltätigkeit und beschäftigten uns nur mit bereits zionistisch beeinflußten Keilfüxen, weil wir sonst bei der Verfassung unserer Gruppe keine Gewähr für eine zionistische Erziehung sahen. — Wir nahmen auf: stud. electr. Gustav L e v i aus Alsfeld (Hessen), stud. mach. Kurt Stein aus Neuß. Der Antrittskonvent beschloß ferner, von einer Neuwahl des C. C.'s abzusehen, und den alten, bei der Gründung unserer Gruppe gewählten C. C. zu übernehmen. Die Besetzung der Ämter war also: Julius Michels* und F. M., Herbert Markowicz** und S.W.

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