Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte der Präsidialressorts 265 Bericht des Emehsrngs 'Ressorts o Die Arbeit des Erziehungs - Ressorts gliederte sieh hauptsächlich in zwei Hauptgebiete: 1. Die rein technischen Maßnahmen. 2. Die eigentliche richtunggebende Leitung der Erziehungsarbeit. Zu den ersten Aufgaben gehören: * a) Beschaffung geeigneter Lehrbücher, b) Beschaffung von Lehrkräften. Ich bemühte mich, eine K. J. V.- Geschichte zusammenzubringen; dies ist jedoch dadurch zunächst nicht möglich, da diejenigen Bundesbrüder, welche zusagten, die „einzelnen" Abschnitte der Geschichte zu übernehmen, augenblicklich durch die Keren hajessod-Aräeit stark in Anspruch genommen sind. Zurzeit arbeitet nur Bbr. Sali! Hirsch an der B. J.C.-Geschichte. Für den K J.V.-Unterricht bearbeitet zurzeit Bbr. Arnsdorf ein Schema für die Kursleitung. Für den Geschichtsunterricht hat sich bisher kein geeignetes Kompendium gefunden. Eine kurze Zusammenstellung von Stellen der Bibel zum Zwecke von Quellenstudien nach stofflichen Gesichtspunkten wird von mir zurzeit bearbeitet. Um die Beschaffung einiger größerer Werke den Verbindungen zu ermöglichen, habe ich mich mit einer Buchhandlung in Verbindung gesetzt, weiche sieh wiederholt bereit zeigte, uns Vergünstigungen zu gewähren. - Leider ist bis jetzt, trotz meiner Bekanntgabe, dies wenig von den Verbindungen ausgenutzt worden. Die Beschaffung von Lehrkräften steht in engem Zusammenhange mit dem Funktionieren von Überweisungen. Hier regelnd einzugreifen, wird nur bei einem Funktionieren der Überweisungen möglich sein. Der Erziehungsarbeit suchte ich dadurch im Kartell eine einheitliche Richtung zu geben, daß ich durch regelmäßige Berichte der Verbindungen mich über die* Arbeit in ihnen unterrichtete und durch Rundschreiben wiederum an alle Kartellverbindungen mitteilte, wenn ich irgend etwas neues fand, was mir für das gesamte Kartell wertvoll erschien. Wo Unklarheiten über das Ziel der Erziehung herrschten, da suchte ieh das Ziel klarzustellen. Welches das Ziel der Erziehung meiner Ansicht nach ist und welchen Typ ich herangezogen zu sehen wünsche, habe ich genug zum Ausdruck gebracht. Zu erziehen vermögen wir durch unser Leben in der Verbindung und durch unseren Unterricht. Welche Art Kräfte dieser in sich birgt, suchte ich auf dem Chargiertentag darzulegen. Inwieweit meine Arbeit erfolgreich war und ist, hängt von der Entscheidung des Kartells ab, welches Erziehungsziel es sich in Zukunft setzen wird. Leo Olitzki Bericht des Ressorts für Turnen und Sport Turnen und Sport hat zweifellos bei einer größeren Zahl von Bundesbrüdern im letzten Jahre an Interesse gewonnen. Demgemäß ist auch überall mehr Wert auf turnerischen und sportlichen Betrieb gelegt worden, der an größeren Plätzen mit dem örtlichen jüdischen Turnverein gemein-: sam veranstaltet wurde. Vereinzelt sind auch Jugendgruppen an Korporationen (Berlin Ruder- V. J. St.) angegliedert oder in Gemeinschaft mit der Turnerschaft gegründet worden. (Wiesbaden, Breslau, München.) Es kann jedoch auch jetzt nicht die Pflege von Turnen und Sport im Kartell als. ausreichend bezeichnet werden. Das Präsidium hatte zu unterscheiden zwischen den Aufgaben in den allgemeinen V. J. St.-en und den Sport - V. J. St.-en. Nicht nur die Aufgaben sind in jeder der beiden Arten von Verbindungen voneinander ™ völlig .verschieden, sondern vor allem auch das künftig zu erstrebende Ziel: