Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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m BERICHTE DER VERBINDUNGEN Butler •¥* St* Merlin. Wenn '.über 'das ' vergangene "Sommerr - Semester des Ruder-V, J- St. berichtet werden soll, so muß dieser Bericht unter zwei Gesichtspunkten erfolgen. Erstens erschwerte den Betrieb in jeder Hinsicht der Mangel eines Bootshauses^ zweitens war der Ruderverein vor die Aufgabe gestellt, die Fusion mit der Ivria durchzufahren. Die Haupt- ' Schwierigkeit betrifft den ersten Punkt Zu Beginn des Semesters wurden wir gezwungen, ans unserem alten Bootshaus in Oberschönewoide auszuziehen und in die schon vollbesetzten Schuppen der ivria überzusiedeln. Es mangelte dort vollständig an Unterkunfts- und Aufenthaltsräumen, So kam es, daß das Leben, wie wir es sonst im Sommerseniester gewohnt waren, ausblieb. Während früher die Bundesbrüder von Sonnabend nachmittag bis Montag früh beisammen waren und infolgedessen ein enger Zusammenhang vorhanden, war, fiel dies in diesem jähre fort. Infolge des'beschränkten Raumes war jeder froh, wenn er am Ende der Fahrt den Booisteg verlassen konnte. Dies blieb natürlich auch nicht ohne Einwirkung auf das Gelingen der Fusion. Wenn an sich schon jede Fusion schwer ist/ so ist es klar, daß diese unter diesen Umständen noch schwerer wurde. Ueber die Fusion soll im Prinzipiellen und Aligemeinen noch im nächsten J. St. gesprochen werden. Soviel soll hier jedoch ' gesagt sein, daß bei den jüngeren Mitgliedern der Ivria mau sie als gelungen bezeichnen kann, während bei denj älteren gewisse Schwierigkeiten zu überwinden waren und noch zu überwinden sind. Auch unsere Keiftätigkeit war infolge des Platzmangels sehr erschwert, so daß die Erfolge den früheren Semestern gegenüber etwas zurückblieben. Der Schluß- und Antrittskonvent besetzte die Chargen für das Wintersemester: Paul H i r s c h Ernst G o 11 h e I f Ludwig Futter (ivria). P a u 1 Mir s c h W» J. St» Ivriaj Freifewrcj« Wir eröffneten das Semester mit 3 A. H. A. H., 4 i. a. B. i, a. B., von denen im Laufe des Semesters 4 Alte Herren wurden, M a. B. a. 8., von denen 2 als Examenssemesier Generaldispens erhielten und S im Laufe des Semesters inaktiviert wurden, und 11 Füxen, von denen wir im Laufe des Semesters 4 in den B. C. reeipierten. Der Amrittskonvent legte sich auf ein nur knappes Semester progr amm fest, das dann auch wirklich zur Durchführung kam. Während im Anfang der Betrieb unter einer etwas langsamen Annäherung der Bundesbröder litt, trat gegen Endt des Semesters hier eine Besserung ein, die es uns ermöglichte, eine in jeder Hinsicht gelungene Sehiußhowle zu machen. An wöchentlichen Veranstaltungen hatten wir eine Tendenzfuxenstunde von A. H. L ö w enstein, der sich tine Einführung in die jüdisch*. Geschichte einreihte. 'Zum Ftixemmterricnf kamen noch einige Korporationsfuxenstunden (K. j. Y.-Gesehicme und ähnliches), die Paul Nathan in teilte. Einen hebräjsc'.ien Anlanger^urs an Hand des Lehrbuchs von Moses Rath erteilte Hehir. Strauß. Einen Kurs für Fortgeschrittene brachten wir aus Mangel an einem geeigneten Lehrer und gieichweit fortgeschrittenen Schülern leider nicht m stände, Für Turnen und Sport war je ein Abend in der Woche freigehalten. Die Beteiligung war, oh weh! eine der beiden Veranstaltungen ot%ieIi war nicht durchaus befriedigend. Es war vielleicht nicht richtig, hier von Poeuen, deren ideelle Berechtigung und praktischer Wert dem Convent zweifelhaft war» so gut wie ganz abzusehen. Ais geistiger Mitte lpunkt des Verbindungslebens war eine Art Semina** gedacht, in dem von wenigen ^auserwähitem1 Bundesbrüdern Referate gehalten wurde?;. Die Burschenausbildung kam sicherlich in unserem Semester etwas zu kurz. „ ■ ■