Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Olitzki, Aussichten des medizinischen Studiums.- 181^ Dingen auch mit Kuiturfragen zü beschäftigen haben. Deswegen kann zum Beispiel Kenntnis der Unterrichtsverwaltqng und der anderen hierher gehörenden Gebiete (Bihliothekwesen) von; •^Nutzett äaiiniy'c^;'>^h Die Erwähnung der Einzelheiten ist natürlich nicht so gemeint, daß nun Jeder zukünftige Beamte sich mit allen Gebieten beschäftigen müßte. Die verschiedenen Materien sollen die Möglichkeit der Auswahl gestatten. Irrt übrigen handelt es sich durchweg um ziemlich begrenzte, daher in nicht allzu langer Zeit zu bewältigende Materien. Wer sich auf dem einen oder anderen einarbeitet und außerdem sich die allgemeine Schulung der Verwaltungstätigkeit erwirbt, von der ich eingangs gesprochen habe, müßte meiner Ansicht nach nützliche Verwendung finden können, - wenn das Palästinawerk in dem Stile aufgebaut wird? wie es notwendig Ist es) Aussichten des medizinischen Studiums * Von L e o Olitzki- Berlin; Es gingen mir in letzter Zeit verschiedene Berichte von Kartell Verbindungen zu, aus denen ich einige recht charakteristische Stellen anführen möchte: „Die Verbindungen krankten stark an dein Grundübel* das zur Zeit nicht nur das Karteil, sondern den ganzen deutschen Zionismus beherrscht: an der allgemeinen Unlust, der Abgcstiimpftheh, der Müdigkeit, dem Mangel Pix Schwung, an Begeisterung für" das Ideal und damit zusammenhängend dem Mangel an Pflichtgefühl gegenüber der Arbeit für die Gesamtheit" ,.!m Beginn des Semesters war die wissenschaftliche Arbeit zwar organisiert und vorbereitet, es fehlte indessen an der nötigen Schwungkraft, vielleicht auch dem mit letztem zionistischen Willen zu bezeichnenden Agens, das min einmal?.m Durchführung zionistischer 'Arbeit notwendig ist.** y,Wir hatten gestern einen sehr feinen Vortrag über die Berafsmnsehicbntng im Hinblick auf die zionistischen Notwendigkeiten. Ich muß Euch ehrlicherweise, sagen, daß unsere Erziehungsarbeit in dieser Beziehung es m sicher die wichtigste vollkommen versagte/* ich habe * die Berichte meinen Ausführungen absichtlich vorangestellt, da die Anzahl der Zufriedenen, denen die augenblicklichen Verhältnisse im Kartell als normal erscheinen, doch recht beträchtlich ist, und da ich nicht v/ünsche? dafi eine von mir gegebene Darstellung als der subjektive Bericht eines einzelnen Unzufriedenen angesehen wird. Diese Berichte sollen uns zeigen, daß eine Stagnation im Kartell vorhanden ist und daß wir uns keineswegs in Zufriedenheit wiegen dürfen! Leider ist man im.Kartell unglaublich zufrieden geworden! Man ist zufrieden, einige sportliche Erfolge erzielt zu haben, "mm ist zufrieden, daß es keine Satisfaktion mehr gibt und daß man daher (wie haben wir es doch so herrlich weit gebracht!) eine antisemitische Anpöhkmg sieh rahig einstecken darf, ohne den Beleidiger zur Rechenschaft zu ziehen; wir sind" sehr, zufrieden, wenn ifer Verbindungsbeüieb einigermaßen klappt und ab und zu elti paar Leute aktiv werden, und wir sind schließlich sehr zufrieden, wenn die Erziehung zur Berufsnmsehichtung in letzter Zeit den Erfolg gehabt hat daß nicht mehr so viel Bundesbruder Juristen werden! Gerade auf diesen letzten Punkt wollen wir unsere' Aufmerksamkeit richten,!-. * „ . ■