Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 3 (12.8.1915)
- Date
- 1915-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 89 Zahlt Eure Beiträge! Das Sommer-Semester 1915 ist zu Ende. Das Präsidium hat in ihm wie während des ganzen Kriegsjahres seinen Betrieb in vollem Umfange aufrecht erhalten. Ungeachtet der immer mehr erschwerten Umstände waren wir nach bestem Können bemüht, den Wünschen der Bundesbrüder, insbesondere der im Felde stehenden, gerecht zu werden. Beim Eintritt in das neue Kriegsjahr sehen wir uns vor die Trage gestellt, ob wir noch fernerhin in der Lage sein werden, die Karteilgeschäfte zu führen. Die Entscheidung lieg! bei Euch, Eine erhebliche Zahl von* Bundesbrüdern — wir sind genötigt dies öffentlich festzustellen — hat ihre Kartellpflächten nicht erfüllt. Waren unsere Einnahmen in den Wintermonaten nicht befriedigend, so sind sie jetzt völlig unzureichend. Das Semester ist zu Ende. Aber erst der vierte Teil der fälligen Präsidialbeiträge ist eingekommen. Im Vertrauen auf die Anhänglichkeit unserer Bundesbrüder, im Vertrauen auf ihre Opferwilligkeit haben wir unsere Zeitschrift weiter erscheinen lassen und alles, was im Rahmen des Möglichen liegt gefan, um den Zusammenhang des Kartells aufrecht zu erhalten. Ungeachtet unserer eigenen Schuldenlast haben wir auch in diesem verflossenen Semester, soweit es uns möglich war, einzelnen Verbindungen Darlehen gewährt, jetzt sind wir am Ende unserer Kraft. Wir, die wir die Verantwortung vor dem Karteiltag zu tragen haben, müssen dem Anwachsen unserer Schulden Einhalt gebieten. Werden uns nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung gesteilt, so müssen wir das Erscheinen des J. St. einstellen. Es dioht dann dem Gedankenaustausch im Karleil und dem Zusammenhang der Bundesbrüder ernstliche Gefahr. Die Bundesbrüder im Felde sähen sich vom Kartei! abgeschnitten. aDs muß unter allen Umständen verhindert werden. Es wird, keinen unter uns geben, der einen solchen Zustand wird ertragen wollen. Wir appellieren daher an unsere Bundesbrüder, an die dahesmgebliebenen und die unter Waffen stehenden. Wir appellieren an ihre zionistische Gesinnung: Zahlt Eure Beiträge!