Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 3 (12.8.1915)
- Date
- 1915-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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85 dem Zionismus diente. Ludwig Davidsahn gehörte nicht zu denen, die irgend ein äußerer Umstand in den V. j. St. geführt hat und die ihn nun als Betätigungsfeld benutzen, weil sie ihr persönlicher Ehrgeiz dazu treibt. Bevor er zu uns kam, hatte er zwei Semester lang in de* Freien Studentenschaft mitgearbeitet und erkannt, daß er dort nicht hingehörte, und als er nun in München mit den Zielen'des V. J. St. bekannt wurde, da wußte er, daß nur hei uns sein P*atz sein konnte, im Zionismus hat er seine Lebensaufgabe gebunden, der Zionismus hat, wie seine von ihm so sehr verehrte Mutter kürzlich schrieb, seinem Leben den Inhalt gegeben. Und Ludwig Davidsohn hat ihm gedankt, indem er sein Leben ganz in den Dienst der zionistischen Idee stellte. „Es ist tragisch44, schrieb er mir aus dem Lazarett in Erlangen, als sein Freund und Leibfux Bendix Cohn gefallen war, „daß wir, die wir uns für eine andere Sache aufgehoben hatten, jetzt in diesem Kriege geopfert werden." Er war* ein eifriger Soldat und wollte sich, als er noch am Lungenschuß darniederlag, freiwillig wieder ins Feld melden, aber „aufgehoben'1 hatte er sein Leben für einen anderen Kampf als den, In welchem er jetzt gefallen ist. Unsere beste Hoffnung haben wir mit ihm. an der Loretfohöhe verloren, mit unserem lieben, kleinen Davidsohn. Doch ruhen auch seine Gebeine, in Frankreichs Erde, sein Geist ist noch unter uns, ist zugegen wenn seine Freunde beisammen sind, hält oft in stillen Stunden Zwiesprache mit uns. Das kann nicht sein, daß sie wie ein Hauch ins leere Nichts verweht sind, Davidsohn und Rosenkranz und all die Tapferen and Treuen, die der Tod aus unserer Mitte gerissen hat. Sie sind nicht tot, sie leben, sie stehn „als himmlische Mannschaft in Lüften auf Posten", wenn der große Kampf gekämpft wird, der Kampf um des jüdischen Volkes Auferstehen, für den sie sich aufgehoben hatten; sie kämpfen ihn mit uns „als Generalstab der Geister mitwaltend über der Schlacht u Meinhold Nußbaum * Ludwig Davidsohn ist der Tod sehr schwer geworden. Er hing an seinem Leben, weil er stark und schaffensdurstig war, und er wehrte sich gegen den Gedanken, in diesem Kriege fallen zu müssen, weil sein Leben restlos unserer jüdischen Sache gehörte. Er glaubte fest an sein persönliches Glück, das