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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Der Jüdische Student 3 Zentralisation oder Dezentralisation? Von Dr. Frik Löwenstein (V.J. St. Hasmonaea ■ A. H.), z. Zt. im Fe! Je Zwischen dem K.C einerseits und unsem beiden Ursprungskartelten, dem B, J. C und dem K. Z. V., bestand — außer der Tendenz — auch ein wesentlicher organisatorischer Unterschied, der sich kurz durch die Schlägworte des Titels wiedergeben läßt, fm K. C ist die einzelne Verbindung alfes, sie entscheidet ziemlich selbständig alle wichtigen Angelegenheiten und der Geschäftsführende Ausschuß des K.C" der unserem Präsidium entspricht, hat außer der Herausgabe der K. C-Blätter bisher nur wenig Befugnisse, Im B. J. C. und im IC Z V. galt ziemlich unbestritten der entgegengesetzte Grundsatz: das Präsidium war, als Vertretung des Kartells nach außen, in jeder Beziehung Geschäftsführer des Kartells und die Rechte der Einzelkorporationen beschränkten sich auf Studentisches sowie die inneren Verhältnisse. Die große Mehrzahl der K.J. -er hält es wohl ebenso wie xli für unbedingt erforderlich, daß diese Gründsätze auch im K.J. V, wieder Geltung gewinnen, und das Fusionsabkommen ist ja auch durchaus in diesem Geiste abgeschlossen Immerhin hört man auch Stimmen anderer Art. Diese Bundesbrüder wünschen einen durch ein — ziemlich machtloses — Präsidium zusammengehaltenen losen Verband selbständiger Korporationen; dies sei auch insbesondere mit Rücksicht auf unsere historische Entstehung aus zwei Kartellen das Gegebene. Diese Art der Begründung widerspricht völlig dem Sinn der Fusion, die ein einheitliches, auf Disziplin und Bundesbrüderlichkeit begründetes Kartell schaffen wollte und jedem einzelnen die Verpflichtung auferlegte, an der Beseitigung noch bestehender Empfindungsunterschiede mitzuatbellen. Aber diese Form widerspräche überhaupt völlig unserer Tendenz. Unsere Leute kommen nicht deshalb zu uns» um bei uns etwas Student zu spielen und sich zu amüsieren. Kämen sie deshalb, so brauchten wir in der Tat kein, Kartell. Unser Kartell aber hat jüdische, hat zionistische Aufgaben von größter Tragweite zu erfüllen, und zur Entscheidung über diese Fragen ist" die einzelne Korporation, die ja naturgemäß vor allem aus jüngeren Bundesbrüdern besteht, nicht imstande. Vom Kartelltag zu regeln, vom Präsidium durchzuführen ist deshalb vor allem unsere ganze E r z i e h tt n g s a r b e 1t Die Prinzipien der Fuxen- und. Burschenausbiidu'ng, des hebräischen Unterrichts, der körperlichen Ausbildung müssen für das Kartell ein für alle Mal feststehen. Die einzelne Korporation soll sich die geeigneten Bundesbrüder wählen, das..Thema für den Burschenkurs bestimmen; aber über das Prinzip entscheidet die Gesamtheit. Ebenso muß die Keilarbeit wie bisher nach einheitlichen Gesichtspunkten geleitet werden, und an Orten, wo sich mehrere

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