Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1915-01-23 · Heft 6 (23.1.1915) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 6 (23.1.1915)
Date
1915-01-23
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537746-3537752--3351-3542738
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jüdische Student 155 Zurückgebliebener kaum vorstellen. Man wurde sogleich wieder ' von dem warmen V. JL St-erium, das in seinen Zeilen lebt erfaßt und mitgerissen; der Krieg und die Misere, in der man lebt waren fast vergessm und man fühlte sich bei der Lektüre des j. St wieder daheim. Und dazu kommt, daß der J. St für die Verhältnisse, unter denen er geschaffen ist, wirklich tadellos ist. Die Feldpostbriefe von Calvary machen einen ganz famosen Eindruck. ' Ihr könnt wirklich nichts Besseres für uns tun, als noch v;e; öfter und regelmäßiger als bisher kleine Berichte zu geben insbesondere auch über Personaüa) und auch die K. V. zu veranlassen, ihrerseits über ihren Korporationsbetrieh Mitteilungen an die im Felde stehenden Mitglieder ergehen zu lassen. Des weiteren würden mich Mitteilungen über das Ergehen der zionistischen Organisation, des N. F. usw. sehr interessieren, Mir persönlich geht es natürlich;,den Umständen entsprechend1'. Wir liegen an einer Stelle in befestigter Stellung einer stark befestigten französischen Stellung gegenüber und haben im Schützengraben unter Kälte und Nässe äußers* zu leiden. Auch fällt es uns verwöhnten Europäern nicht leicht, mit der Militärkost auszukommen. Darum sind wir auf Liebesgaben angewiesen, denn hier gibt es nichts zu kaufen...... Weit und breit ist kein vernünftiger Jude zu finden, nicht einmal ein K. C.-er. Und ich haoe eine ungeheure Sehnsucht nach einem Juden. .... j Der J. St hat mir wieder die Zuversicht gegeben, daß mir zu Hause im K. J. V. meine Heimat erhalten bleibt und daß unsere Arbeit über den Krieg hinaus sich erhalten und wachsen wird! Schalom! Euer B e r tTi o 1 d Cohn Lille, den 11. November 1914 Liebe Bundesbrüder! Ich bekam heute von meinen Eltern aus Treysa das Adressenverzeichnis mit Eurer Anlage zugesandt Ekn Betrag von 5 Mk. werde ich Euch morgen senden.— Wie Ihr vielleicht erfahren habt—ich schrieb es an die Maccabaea bereits — wurde ich bei dem Rückzüge in der Schlacht an.der Marne bei 40G Verwundeten — 350 deutsche und 50 französische — in dem Dorfe Rosoy au Muitien zwischen Nanteuil und Meaux als einziger Arzt zurückgelassen. Am nächsten Tage, am lO. Sept, fiel das Lazarett den Franzosen in die Hände. Die ersten Truppen, die den Ort besetzten, waren französische KofonialtruppNen, die beim Betreten des Lazaretts Miene machten, alles über denHaufen zu schießen; erst im letzten Augen blick gelang

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.