Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 4 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Oer Jüdische Student 89 Das zionistische Programm Von Felix Rosenbjüth (Ma und Bc A. H.) Man durfte erwarten, daß der Fusionsvorschlag des Präsidiums in dem Volke der Neinsager auf Widerstand stoßen würde. Ich will für ihn eintreten, mich in diesem Artikel aber darauf beschränken, ein Hindernis aus dem Wege zu räumen. Pie absolute Einheitlichkeit des neuen Kartells erscheint mapchen als so wichtig, daß sie ihretwegen ein zionistisches Programm empfehlen. Schon Hirsch hat darauf hingewiesen, daß sich die Vertreter dieses Vorschlages nicht auf die alten Tendenzkämpfe berufen dürfen. Wir haben das B. J, C-Programm immer als sehr zweckmäßig empfunden, haben nie für eine formale Aenderung von Worten und Statuten, sondern stets für Anschauungen und Gesinnungen gestritten. Zur Aenderung des Kartellprogramms konnte allenfalls eine Empörung zionistischen Gefühls gegen die Farblosigkeit seines Inhalts führen. Dann wäre diese Stimmung vielleicht wichtiger gewesen als taktische Bedenkiichkeit Was aber jetzt gefordert wird, ist eine Aenderung des Programms aus taktischen (fusionstaktischen) Rücksichten. Da muß doch sorgfältig geprüft werden, ob nicht eine andere Taktik die bessere ist. Der B.j. C. ist als zionistisch bekannt Dennoch, behaupte ich, wird ein intelligenter, antizionistischer Jüngling feinerer Art immer noch ein besonderes Bedenken daraus herleiten, daß der B. ]. C nicht bloß innerlich zionistisch, sondern auf ein zionistisches Programm festgelegt ist Weil wir an diese Keilfüxe (augenblicklich) gar nicht mehr herankommen, wird dieses Bedenken immer übersehen. Warum aber haben wir bessere Keilerfolge als das K.Z.V.? Auch deshalb, weil wir ein freieres Programm haben. Nun aber das Wichtigste! Man wendet ein, die Zahl der zionistisch vorgekeilten Füxe nehme stetig zu, der Ausbau der zionistischen Jugendarbeit schaffe uns von selbst den erforderlichen Nachwuchs. In dieser Argumentation wird nicht bloß übersehen, daß wir andererseits gerade jetzt erst am Anfange einer syste* matischen antizionistischen Agitation stehen. Sondern sie zeigt vor allem die Gefahr, zu der die Annahme eines zionistischen Programms führt. Warum wollen wir die Fusion? Weil uns der Bruderkampf um die vorgekeilten, halb oder ganz zionistischen Keilfüxe von unserer wirklichen Aufgabe fortdrangt- Wir wollen die Arme wieder freibekommen, um gegen den IC C. kämpfen, & h* um antizionistische Keilfüxe keilen zu können. Wir wollen uns freies Feld schaffen, um die Opfer wieder aus dem tiefsten