Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 2 (30.5.1914)
- Date
- 1914-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Der Judische Student 37 Studentenschaft, unter diesem Kampf um den zionistischen Ketlfux leiden muß, ist klar. Daß mit dem Wegfall dieses nutzlosen Kampfes eine Unsumme von Energie frei würde, ist auch zweifellos. Daß aber der durch die Konkurrenz etwa gesteigerte Eifer keine Einbuße leidet, dafür dürfte eben der jetzt immer stärker an-i drängende Antizionisrnus genügend Sorge tragen. Der wesentlichste Punkt über den bei d£r Frage der Verschmelzung völlige Einigkeit erzielt werden muß, ist die Formulierung der Tendenz des neuen Kartells. Nur hierüber wollen wir entsprechend einer Verabredung in gemeinsamer Besprechung mit dem IC Z. V.-Präsidium unsere Ansicht dem gesamten K. Z. V. selbst unterbreiten. In jener Besprechung stellten wir das Verlangen, daß beide Parteien sich ganz unabhängig von der gewohnten Argamentation, die ja sicher— wenn auch tinbewußt — wenigstens z. T. lediglich der eigenen Existenzbegründung und -erhältung dient, gemeinsam beraten sollten, was der gemeinsamen Sache das Nützlichste sei, gerade als wenn die Kartelüerung im Prinzip schon vollzogen sei. Bei gewissenhaftester Selbstprüfung und sorgsamstem Ueberdenken der Sachlage sind wir der Meinung, daß das Programm des neuen Bundes kein zionistisches sein sollte, mindestens nicht das Wort „Zionismus*' oder zionistisch" enthalten dürfte. Trotz aller Gegenagitation des K. C u. s. w. giebt es zweifellos noch viele Abiturienten, die in jüdischer Hinsicht ziemlich unbeschriebene Blätter sind» aber doch einen gewissen unbestimmten Horror vor aem Zionismus haben, ganz besonders in West-..und Süddeutschland. Sie werden durch das 'Wort Zionismus sicher, durch ein zweifelsfrei zionistisches Programm ebenfalls abgeschreckt. Der B. J. C, über den die organisierte Assimilation doch seit geraumer Zeit'Aufklärung" ■ zu ■ verbreiten sucht hat / noch immer auch in der letzten Zeit einen großen Prozentsatz/ nichtzionistischer Füxe bekommen, von denen sicher nur ein/ ganz kleiner Bruchteil' in einen programmatisch - zionistischer/ Verband eingetreten wäre. Ein guter .Beweis scheint uns aucli das. Verhalten unserer gemeinsamen Gegner zu sein. Der K. C hat — mit vollstem Recht — seine Front wesentlich gegen den B. j. C gerichtet, weif /'er in ihm-den gefährlicheren Gegner/erblickte.. E i n g e e i n t e r Verband m i t :i i o n i s t i s c h/e rn Pro? r a m m w äre keine Vermehrung, sondern O O > . I