Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 2 (30.5.1914)
- Date
- 1914-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 35 Prinzipienfragen. Deshalb wäre nichts schädlicher als eine gewaltsame Aufoktroyierung von Organisationsformen, die über bestehende Traditionswerte sich gleichgültig hinwegsetzt. Und es besteht zweifellos ein großer Unterschied, ob Vereine, die der Tätsache nach bereits Verbindungen sind, sich auch als solche bezeichnen, oder ob Verbindungen unter Beibehaltung ihrer alten Organisationsform sich plötzlich dem Namen nach in Vereine zurück verwandeln sollen. Damit soll kein allgemeines Entwicklungsprinzip ausgesprochen sein, sondern nur gesagt werden, daß die B* J. C -Vereine sich tatsächlich alimählich von richtigen Vereinen zu richtigen Verbindungen entwickelt haben. Alles, was nun noch an Einzelfragen besteht, ist mehr oder weniger untergeordneter Natur und den Beratungen der beiderseitigen Vertreter zu überlassen. Kein Zweifel, daß alle diese anderen Fragen mühelos zu regeln sind. Wir legen nun aber noch Gewicht darauf, zu betoijen, daß wir die Annahme des zionistischen Programms" seitens des B. J. C. nicht als ein Entgegenkommen uns gegenüber auffassen können, auf Grund dessen wir uns nun in allen sekundären Fragen den Wünschen des B. j. C anpassen müßten. Denn es liegt uns ganz fern, dem B. J. C, aus persönlichen Interessen ein Programm aufreden zu wollen, das sich vielleicht nachher für die Arbeit als nachteilig herausstellt, Wenn die Mehrheit des B. J. C. — die das besser beurteilen kann als wir — an die Notwendigkeil ihrer Taktik auch heute noch glaubt, so wäre es ein Verbrechen, diese wirksamere Taktik aufzugeben, nur um die Fusion machen zu können. Dann müssen wir so schwer es uns fällt — die Zeit abwarten, wo der zionistische Gedanke sich hinlänglich durchgesetzt hat, um Verschleierung in jeder Form unnötig zu machen. Fallt also das bisherige B.j.Cer Prinzip, so darf das zweifellos nur aus der Erkenntnis heraus geschehen, daß es heute nicht mehr vonnöten ist Und das wäre dann kein Opfer uns gegenüber, das uns etwa zu Gegenleistungen verpflichtet Das gegenseitige Entgegenkommen kann und soll erst bei der Behandlung der sekundären Fragen beginnen. Da wir K. Z. Wer (wie dargelegt) heute nicht mehr an die Wirksamkeit des alten B. J. C.-er Programms glauben, meinten wir ganz ehrlich, alle Argumente für das zionistische Programm ins Feld führen zu sollen. Wir sind dabei der frohen Zu-