Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 2 (30.5.1914)
- Date
- 1914-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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32 Der Jüdische Student Unsere Stellungnahme zum Fusionsgedanken Der schon an sich naheliegende und bereits früher erörterte Gedanke einer Fusion zwischen B. J. C und K. Z. V. hat durch die letzten großen Erfolge des K. C. und die gleichzeitigen relativen Mißerfolge unserer beiden Verbände einen neuen starken Anstoß erfahren. Dem Zionismus hat sich dfer organisierte Anti-Zionismus gegenübergestellt und hat im bürgerlichen Leben den Gegner gerüstet gefunden; Flicht so im studentischen. Hier werden in unfruchtbarem Kampfe Kräfte gegeneinander verzettelt. JDas Mehr an Leistungen, das der Konkurrenzkampf sicherlich aus den beiden Verbänden herausgeschlagen hat, ist am allerwenigsten dem Kampf gegen den gemeinsamen Feind zugute gekommen. Und so scheint jetzt mit Naturnotwendigkeit die Konkurrenz aus sich heraus ihr Gegenteil zu schaffen. Wir begrüßen diese Entwicklung mit Freuden. Denn selbstverständlich haben auch wir nie gern gegen Menschen gestanden, mit denen uns die gemeinsame Gesinnung vor allem, aber noch vieles darüber hinaus aufs engste verknüpft In gemeinsamer Frpnt gegen den gemeinsamen Feind zu stehen, scheint uns nicht nur das zionistische Interesse jet^dringender als je zu verlangen, sondern hinzu kommt noch der persönliche Wunsch, diesem nicht natürlichen Kampf gegen Gesinnungsgenossen ein Ende zu machen. Aus solchen Anschauungen und Empfindungen heraus wollen wir im folgenden die Bedingungen niederlegen, die uns für eine Fusion zwischen unseren Verbänden unerläßlich scheinen. Dabei wollen wir ausdrücklich bemerken, daß es sich hier nicht um Forderungen handelt, die wir als Vertreter des eignen Verbandes einseitig und interessiert aufsteilen (mit gleichzeitiger Berechnung von Aufschlägen, die man später doch abhandeln wird). Sondern uns leitet das ehrliche Etestreben, unier Berücksichtigung der vorliegenden Tatsachen den für den Zionismus zweckmäßigsten Weg zu finden. Was uns als K. Z.V.-ern in langen Jahren persönlich lieb geworden isi, soll nur aufrecht erhalten werden, wenn Zweckmäßigkeitsargumente im Interesse der gemeinsamen Sache dafür zu sprechen Scheinen. Von diesem Standpunkt aus gesehen, muß der geeinte Verband u. E, das zionistische Programm annehmen. Wir wollen uns dabei auf keine bestimmte Formulierung festlegen, sondern