Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1919)
- Date
- 1919-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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368 Aus den Korporationen rung unserer Arbeit liegt darin, daß die Zusammenfassung der Bundesbrüder in einer so weitläufigen Stadt wie Leipzig überaus schwierig ist. Besonders unangenehm empfinden wir ferner den Umstand, daß wir trotz unserer Bemühungen immer noch keine Wohnung haben. Wir hoffen aber, trotz der hier herrschenden gewaltigen Wohnungsnot doch noch in diesem Semester ein eigenes Heim gründen zu können. Unser wissenschaftliches Arbeitsprogramm sieht folgende Unterrichtsstunden und Kurse vor: A. Fuxenunterricht: 1. Geschichte a. B. J a k o b i und a. B. G o 1 d w a s s e r. 2. Tendenz I i. a. B. Sternglaß. 3. Komment a. B. Karger. 4. Hebräisch I (Unterricht im Lesen und Schreiben)* a. B. L i t - t a u e r. B. Kurse für Burschen und fortgeschrittene Füxe: 1. Hebräisch II in 2 Abteilungen bei Frl. ben Ar 5 eh und Herrn G o 1 d s t e i n. 2. Bibelkurs A. H. Meyer. 3. Geschichtskurs a. B. Li 11 au e r. 4. Jüdische Gegenwartsfragen A. H. Meyer. Außerdem werden wir noch an verschiedenen Kursen teilnehmen, die tinter Leitung von A. H. Meyer in der neugegründeten „Arbeitsgemeinschaft der n a t i o n a 1 j ü d i s c h e n Jugend" e/xigerichtet werden sollen. Zweimal wöchentlich turnen wir im J.T.V. Bar Kochb a r, der unter der Leitung unseres A. H. Reinsen steht. Bei einem Wetturnen, welches im Oktober stattfand, errangen Gold w asser und Adolf Felsenstein Preise. P e r s o n a 1 i a : Zu A. H. h. c. wurden ernannt: A. H. Dr. Pawel und A. H. Reinsen. — In den B.C. wurden recipiert: Goldwasser, W i 1 d s t o ß e r und Heinz G o 1 d s t e i n. Es traten aus: Kroll und Sobe. Fux G ölig er wurde wegen unbrüderlichen Verhaltens als unbrauchbar abgegeben. A. H. Reinsen verheiratete sich. — Der von einem Ferienkonvent beschlossene Austritt von Bbr. Frwin Cohn wurde, in Würdigung der besonderen Lage des Falls, vom Antrittskonvent dieses Semesters widerrufen.. 23. November Franz I. i 11 a u e r Ruder-V. J. St» Jordania, Frankfurt a. Wi. Schon lange wurde beim Präsidium und beim Verband Jüdischer Rudervereine der Plan erwogen, in Frankfurt a. M. einen jüdischen Ruderverein zu gründen. So wurden im Anfang des Semesters einige Bundesbrüder vom Runder-V. J. St. Berlin hierher geschickt, um ihn aufzumachen. Sie hatten als Hauptarbeit die Vorbereitung des Sommersemesters mit einem gergelten Sportbetrieb. Am 13. Oktober fand der Gründungskonvent statt. 4 Alte Herren, 1 Inaktiver traten in den Ruderverein, die AktiViitas bestand aus 6 Burschen und 2 Füxen. Das Programm für das Semester lautete: Kurse vorläufig zusammen mit der Saronia, ebenso die Keilarbeit, Turnen im J. T.V. und, solange Rudern unmöglich, Wandern und Leichtathletik. Im Laufe des Semesters stellte sich die Notwendigkeit ein, einen eigenen Tendenzunterricht zu halten, da eine Anzahl J.T. V.-er an dem Kurs teilnehmen wollte. Geschichts¬ und Burschenkurs, ferner Hebräisch ist weiter gemeinsam mit der Saronia. Es ist uns jetzt gelungen, mit Rudern im Bassin anzufangen, das uns der Frankfurter Ruderklub 1884 zur Verfügung stellte. Von den in Frankfurt treu aktiv gewordenen Füxen traten in den Ruderverein über: med. Georg Krzyzkowski aus Frankfurt, med. Grischa Goldstein aus Stuttgart, ehem. Karl Snipsky aus Frankfurt.