Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Protokoll der Tagung des Bezirksverbandes Rheinland—Westfalen 293 Er erkennt im einheitlichen Weiterbestande des K. J. V. die einzige Gewähr für die Fortführung und Verwirklichung setner Aufgaben". Bei gesonderter Abstimmung der Altherrenschaft ist das Stimmverhältnis 6:0 bei 2 Enthaltungen. K ö n i g s b er g e r verlangt, daß für den nächsten Kartelitag die Frage der Ringbildung hinreichend vorbereitet werde und auch die Ringanhänger genügend zu Worte kommen. B i l e s k i sagt dies zu und verwahrt sich im übrigen gegen dejjrfA K.'s Worten liegenden Vorwurf, daß das Präsidium es bisher an pbje^^H Berichterstattung habe fehlen lassen. Man tritt nisn in den zweiten Punkt der Tagesordnung ein; Die Außenarbeit. Hugo Mendel äußert sich ausführlich zur Werbearbeit: Er gibt eine Darstellung über den vergangenen und augenblicklichen Stand dieses Ressorts, schildert dann das geplante System der Dezentralisation. Er schlägt eine weitere Einteilung der vom Präsidium eingerichteten Keilbezirke vor. Sodann mahnt er zur strengsten Disziplin dem Keilleiter gegenüber. v Epstein- Duisburg befürwortet die in Fischers einleitendem Referat geforderte Kontrolle der zionistischen Arbeit und bessere Pflege des persönlichen Zusammenhanges unter den Mitgliedern des Bezirksverbandes. Er verspricht sich gute Wechselwirkung zwischen zionistischer Tätigkeit und persönlichem Zusammenhang. Er verlangt, daß das K. J.'V. eine durchaus aktive Gemeinschaft bilden solle. Bei Vernachlässigung der zionistischen Arbeit durch Bundesbrüder verlangt er, daß sämtliche Konsequenzen gezogen würden. Fischer schließt sich den Ausführungen Epsteins an. Das vorgeschlagene Eingreifen des Bezirksverbandes müsse selbstverständlich mit Takt geschehen. Er bittet, weniger aktiv veranlagte Bundesbrüder durch persönlichen Verkehr zu stützen und zur Arbeit anzuregen. S i n d 1 e r - Düsseldorf teilt seine Absicht mit, in Düsseldorf einen jüdischen Turnverein aufzumachen und bittet um Unterstützung. Fischer regt hebräische Kurse und hierzu Anstellung eines Wanderlehrers an. Diese Anregung führt zu einer längeren Diskussion. Pommer anz rät, in dieser Frage gemeinsam mit' dem Verband der Ostjuden vorzugehen. Bileski empfiehlt, man solle sich mit dem hebräischen Ressort (Smoira) in Verbindung setzen. Königsberger macht Bedenken in Bezug auf Erlernung der hebräischen Sprache geltend, soweit es sich nicht um junge Bundesbrüder handele, die die Zeit dafür aufbringen können. Er glaubt, viel wichtiger sei es, sich in den Methoden der Propaganda auszubilden. Epstein bekämpft auf das Entschiedenste . die Verschwendung zionistischer Arbeitsenergien in neutralen Jugend-Vereinen und ähnlichen Institutionen auf Grund langjähriger und immer wieder bestätigter Erfahrungen. Nach einigen Bemerkungen K ö n i g s b e r g e r s wird die General- Debatte geschlossen. Fischer faßt das Ergebnis der Debatte dahin zusammen, daß der Bezirks-Tag den in seinem Referat über dieallgemeinen Aufgaben und in Mendels Referat über die Werbearbeit enthaltenen Richtlinien zugestimmt Ihabe und es damit dem zu wählenden Vorstand zur Pflicht mache, nach .diesen Grundsätzen zu arbeiten. Er stellt ferner fest, daß der-Bezirkstag die Anstellung eines hebräischen Wanderlehrers, die nach Möglichkeit gemeinsam mit dem zionistischen Gruppenverband erfolgen solle, für wünschenswert erachtet. Königsberger bittet nachträglich noch die Bundesbcüder, Wert darauf zu legen, Sitz in den Gemeinde-Vertretungen zu erlangen.