Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537737-3537743--4707-3542463
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

282 Aus den Korporationen eigenen Veranstaltungen stand die Herzl - Feier, zu der Bbr. K r o j a n k e r die Gedenkrede hielt. Ein jungjüdischer Abend mit Studentinnen'und Keilfüxen war gut gelungen, und unser neu gewonnener Konnex mit den jüdischen Studentinnen wird die Möglichkeit bieten, sofort zu Beginn des Wintersemesters einen J. St. V. ins Leben zu rufen. — Doch die allgemeine Krisenstimmung ist auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Nach den ersten Semesterwochen machte sich eine starke Kartell- und Verbindungsmüdigkeit geltend, die Ringbildungsbestrebungen traten wiederum stärker in Erscheinung; von ihrer Verwirklichung erhoffte man Abhilfe und Erfolg, obwohl eine praktische Durchführung speziell in* München vollständig ausgeschlossen ist. So stand die Verbindung nach der ersten Semesterhälfte vor einer Krise. Ein außerordentlicher Burschenkonvent hat uns Klärung gebracht, zu der besonders A H. Strauß und Kroj a n k e r beitrugen. Der Konvent vertrat in seiner großen Mehrheit den* Einheitsgedanken des Kartells, und hauptsächlich tritt die gesamte Aktivität dafür ein. — Nachdem diese Konflikte beigelegt waren, konnte sich das Verbindungsieben gut gestalten. Vor allem ist der bundesbrüderliche Zusammenhang durch gemeinsame Ausflüge und Fahrten — nahezu jede Woche waren kleine Gruppen von Bundesbrüdern zwei oder drei Tage in den Bergen — sowie auch durch reges Budenleben inniger geworden. Auch die neu eingetretenen Bundesbrüder stehen fast durchweg fest in der Verbindung. Das Semester hat sicherlich wegen seiner geringen Leistungen am jüdisch - wissenschaftlicher Arbeit einen Mangel aufzuwei en, der zweifellos, auf die an den vier Wochentagen, an welchen hier nur gelesen wurde,, zusammengedrängte riesige Kollegstundenzahl zurückzuführen ist. Im Winter wird jedocji wieder ein regelrechter Studienbetrieb einsetzen und damit auch die ungünstige Einwirkung auf unser Verbindungsleben aufgehoben. Ich glaube, man kann ein Semester nicht nur nach gut durchgeführten Kursen .und nach seinen Veranstaltungen beurteilen; gewiß, sie tragen viel zum Gesamteindruck bei, sie bilden aber nicht den Hauptbestandteil eines Semesters. Mir erscheint das Bestehen eines Gemeinschaftslebens wesentlicher, und das gab es in den letzten Wochen bei uns. München. 25. August Walter Markowicz: Semester-Bericht der V. J. St. Kadimah Bonn.S. S. 19. Nach kurzer, aber lebhafter vorbereitender Keiltätigkeit eröffneten? wir das S.-S. am 10. Mai. Anwesend in Bonn waren: 3 Alte Herren, 12 Inaktive, 16 Burschen, 11 Il.-sem. Füxe. Folgende neue Bundesbrüder wurden im Lauf des Semesters in den> A. C. aufgenommen: 1. med. Karl Meyer Coblenz 2. iur. Ernst Schömann Traben-Trarbach 3. med. Otto U11 m a n n Düren 4. iur. Fritz Koch Alzey (Hessen) 5. iur. Walter L e b e n s t e i n Issum 6. med. Josef Blum Weilersweiler 7. med. Fritz Rosenthal M.-Gladbach 8. med. Richard Herz Aachen 9. hist art. Julius Frank Breitenstein 10. med. Edgar Meyerheim Cöln 11. med. Siegfried Jülich Godesberg 12. med. Alfred Brock Solingen 13. ing. Alfred Daniel Hersel 14. Hierzu kommt noch eine an das Einverständnis der Eltern, geknüpfte Aktivmeldung. Das Bonner ewige Leid, die viel berüchtigte und tief beklagte Wohnungsnot, gelang es auch dieses Semester nicht zu überwinden; jedoch hoffen wir, jetzt endlich zu einem eigenen Hause zu kommen, wofern uns* unsere Freunde und Alten Herren zahluingsbereit zur Seite stehen. Wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.