Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Tätigkeitsbericht des Präsidiums 177 kenntnis hat im letzten Teil des Semesters ein befriedigendes Verbindungsleben zustande gebracht. In Freiburg, wo ebenfalls scharfe Gegensätze bestanden, ist das Semester zu Ende gegangen, ohne daß es zu einer endgültigen Auseinandersetzung gekommen wäre.^ Das Präsidium hat sich fast in jeder Sitzung von der inneren Lage des Kartells Rechenschaft gegeben und hat an allen den Orten, wo {Krisenstimmungen auftraten, eingegriffen. Es ist zu der Ansicht gekommen, daß die Verbindungen mit Recht ein hohes Maß von zionistischer Entschiedenheit und Leistungsfähigkeit fordern und sich gegen die Bundesbrüder wenden müssen, deren Persönlichkeit in dieser Richtung nicht genügt, und daß andererseits denjenigen Bundesbrüdern energisch entgegengetreten werden muß, die sich unfähig gezeigt haben, sich dem Rahmen des Kartells einzuordnen. In Freiburg und in Heidelberg ist dieser Standpunkt vertreten worden. Dort sind einige Bundesbrüder (verschiedener Richtungen) ausgeschieden, was günstige Folgen für die Arbeit der Verbindungen gehabt hat. Zu seiner Ansicht, daß der Zusammenhalt des Kartells gegenüber dissentierenden Bundesbrüdern mit Deutlichkeit und Energie zu vertreten sei, konnte das Präsidium deshalb gelangen, weil sieb bei allen krisenähnlichen Erscheinungen die Einheitlichkeit des Karteils als möglich und als das zionistisch Notwendige herausstellte. In allen zweifelnden Aeußerungen zeigten sich nirgends Gedanken» die einen' entscheidenden Kampf im Kartell oder eine Lockerung seines Aufbaues gerechtfertigt hätten. Verworrenheit, die ernsthafter Nachprüfung nicht standhielt, war charakteristisch, gedankliche Zusammenhänge in den verschiedenen karteli-kritischen Stimmen waren nicht zu erkennen, es gab keine einheitlichen Meinungen und bestimmt umrissenen Ziele, die neue Erschütterungen des Kartells ernsthaft erfordert hätten. Auf der anderen Seite kann der einheitliche organisatorische Aufbau des Kartells schon jetzt als gelungen bezeichnet werden — eine Arbeit, die an sich schon als Leistung des ersten Kartelljahres nach dem Krieg ausreichen müßte. Darüber hinaus ist festzustellen, daß nicht nur in den Berliner Verbindungen, sondern auch in den meisten Provinzverbindungen der Geist des einheitlichen K. J.V. herrschend^ geworden ist, Wie das in mehrfachen Kundgebungen an das Präsidium, vor allem aber in der Arbeit der Verbindungen «um AttSf-