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Der jüdische Student · 1919-05-01 · Heft 3 (Mai 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 3 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
[Seite] (sequence 50)
Language
German
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108 Aus.den Korporationen Göttingen (Adresse:......................... .) Bürozeit 11 i ü. vorm., 723-V24 unachm." Dieses Plakat prangt in großem Format am Bahnhof, im städtischere Wobnungsnachweis sowie als Anschlag in der Lesehalle, an dem schwarzen Brett der Universität und den verschiedenen öffentlichen Universitätsgebäuden. Vorbedingung für die Durchführung einer solchen Beratungsstelle ist strikteste Disziplin der Bundesbrüder und eifrigste Vorarbeit, die sich vor allem auf das Mieten von Zimmern zu erstrecken hat (die man im Notfälle jederzeit wieder Jos wird). Wir hoffen, zum Semesterbegian mindestens 25 Wohnungen zur Verfügung zu haben. Ein energischer, älterer Bundesbruder ist zum Leiter dieser Beratungsstelle bestimmt; er hat für die ihm zugeteilten Bundesbrüder weitgehende Disziplinarbefugnis. Die Arbeit erstreckt sich auf drei Tätigkeitsgebiete,, und so sind im Dienst zu unterscheiden Begleiter (Füxe), Berater (Burschen) und Keilkräfte. Der Dienst ist etwa folgendermaßen gedacht:-Auf dem Büro sind mindestens immer ein Berater und zwei Begleiter anwesend. Der Berater muß imstande sein, selbständig zu keilen, muß orientiert sein über alle studentischen Angelegenheiten: Immatrikulation (Termine), Belegen,, Vorlesungen, Professoren u. s. w. Er hat für die Zeit seines Dienstes die Verantwortung und hat das Büro nicht zu verlassen. Jedem Besucher ist, falls er für uns überhaupt in Betracht kommt, ein Begleiter tni'zugeben, der sich bereitwillig dem Keilfuxen zur Verfügung hält und bei Erledigung aller technischen und persönlichen Angelegenheiten behilflich ist. Seine Aufgabe ist es, ihn nicht wieder loszulassen und ihn mit einer der „Keilkräfte44 zusammenzubringen. Dann tritt jener ab und diese tritt in Aktion. Der Begleiter stellt sich dann wieder dem Leiter zur Neueinteilung zur Verfügung. Wichtig ist, daß die Begleiter wissen, wo sich die Keilkräfte aufhalten, damit mit dem Such-n nicht kostbare Zeit verloren geht. — Hat man genügend Begleiter zur Verfügung, so stellt man bei den Plakaten Posten auf (vor allem am Bahnhof bei Ankunft von Zügen), die jüdisch aussehende Betrachter anzusprechen haben. Ob die Einrichtung einer solchen Beratungsstelle sich lohnt, bleibt abzuwarten; es ist ein Versuch, über dessen Erfolg wir berichten werden. Zwei bis drei Wochen nach erfolgtem Semesterbeginn dürfte die Beratungssteile geschlossen werden können. Auf Geheimhaltung der Vorbereitungen muß Wert gelegt werden. K a t z Stammtisch in Rostock Am 8. Januar 1919 wurde der Stammtisch in Rostock gegründet und auf dem Kartelltag am 17. Februar provisorisch ins Kartell aufgenommen. Die Gründungscorona bestand aus A. H. Walter Cohn,A. H.Rubensohn, i. a. B. Rosenow und den Füxen Herzberg und Nathan, wozu sich später noch Bbr. Schufftan, O. V. G. Dessau und Ciffrihgesellten. Leiter war Walter Cohn, später Herzberg. Unser Arbeitsprogramm war die Erziehung und Fortbildung unserer Mitglieder, die Keilarbeit in Mecklenburg und die Erweckung der mecklenburgischen Judenheit aus ihrem tiefen Schlafe. Für unsere Fortbildung sorgten Vorträge, die aliwöchentlich'stattfanden, auch von Keilfüxen und Verkehrsdamen zahlreich besucht waren

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