Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Aßßery Neuorganisation der Altherrenschaft 55 erscheint mir als das Richtige —r zunächst auf eine besonders wichtige Arbeit werfen. Wenn es uns im Berliner Ortsverbande z. B. / zunächst nur gelänge, entscheidend dazu beizutragen, daß in Berlin ein jüdisches Haus entstände, oder zunächst nur ein K. J. V.-er-Heirn zu schaffen, — eine Aufgäbe, die ich bisher noch nicht erwähnte, — ein jüdisches Haus, das mit einem Schlage die Misere des zionistischen Vereinslebens und des Kartellebens beseitigen könnte, — wenn wir zunächst all unsere Kräfte zu diesem einen Ziel zusammenfaßten, dieses Heim für uns K. J. V.-er und durch dieses eine zionistische Loge, einen jüdischen Klub zu schaffen, so würden wir, wie ich glaube, etwas Gutes und Großes geleistet und die Existenzberechtigung, und Notwendigkeit des A. H. V. glänzend bewiesen haben. Faßt man die Ziele und Aufgaben des neuen A. H. V. noch einmal zusammen, so ergeben sich die folgenden Sätze, die wir Euch als Entwurf eines Programmes für den A. H. V. vorlegen und zur Annahme empfehlen: Der Altherrenverband des K. J. V. erstrebt: 1. die Heranziehung und den Zusammenschluß der Alten Herren zu jüdisch-politischer Betätigung in der Diaspora und zur Mitarbeit am Aufbau Palästinas, 2. die Beeinflussung des Willens der Alten Herren, ein jüdisches Leben zu führen und sich und ihre Kinder in nationalem Sinne zu erziehen, 3. die Schaffung einer engen Gemeinschaft unter den Alten Herren und eines geselligen Zusammenhanges zwischen ihren Familien,' 4. die Stärkung des bundesbrüderlichen Solidaritätsgefühls, insbesondere auch auf wirtschaftlichem und beruflichem Gebiete. Eins aber ist zur Verwirklichung dieses Programmes nötig, und das möchte ich zum dritten Punkte meines Referates noch kurz sagen: Entschließen wir uns, dem A. H.V. die Einheitlichkeit und Selbständigkeit zu geben, die er innerhalb des gesamten K. J. V. braucht, um eine zionistische Arbeitsgemeinschaft im deutschen Judentum zu werden! Die Hauptforderung für die Organisation des A. H. V. ist daher eine eigene, unabhängige Leitung, unabhängig vom Kartelltag und vom bisherigen Präsiditim. Das Kartell der Korporationen bleibt wie bisher in erster Linie eine Erziehungsgemeinschaft, die sich ihre Lebens- und Betätigungsformen selbst schafft. Der A. H. V. übernimmt die praktische, zionistische Arbeit des Kartells in Deutschland. Das KorporationskarteH verliert dadurch nichts, was es besessen hat. Es bietet Betätigungsfeld nur für eine gring Zahl meist jüngerer Alter Herren. Die Alt-Herrenschaft empfing bei der Entwicklung: