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Der jüdische Student · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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Belichte Warum stehen wir im V.J. St. Berlin immer noch aul dem SEindpunkr. ülü wir nur Akademiker aufnehmen? Nicht aus einem kleinlichm Standesdünkel heraus. Ich persönlich habe nicht die Absicht, mir spater eine kaufmännische Lau (bahn zu verschließen und dürfte daher gegen den Einwurf ifer L-eberhehung geieit sein. Und doch rure ich "nochmals: keinesfalls Aufnahme von Niehl-Akademikern! Nicht etwa mit dem zu. widerlegenden Moment will jdi meinen Standpunkt begründen, daß nämlich der Student mehi ireie Zeit bat als der sonst Berufstätige. Nein, einzig und allein, weil ich einsehe, £hß unsere Stellung nach außen leiden mul), daß wir der Keilarbeit der As*imilantert Wasser auf die Mühle geben, statt, wie ein neuerdings aufgenommenes Wort so schön sagt, es ihnen ,,abzuquetschen-\ Ihn Kau'lleute usw. für unsere Sache zu werben, haben wir genügend -andere Organisationen: um aber bisher vom Zionismus unberührte Abiturienten und die wird es noch lange geben — für unsere Bestrebungen ^u gewinnen, müssen wir aus leicht erklärlichen Gründen den akademischen Rahmen wahren. Und verdanken nicht etwa die Führer der zionistischen Beweg wagnoefu immer ihre erste Erziehung unserem alten Kartell?! Seid, liebe Bundesbrüder, aber auch davon überzeugt, daß, tzat/dem so viele von Euch sich von der sozialistischen Welle haben ehaöaugen lassen und darüber bald den Zionismus vergessen, es noch viele g&fc, die, weit entfernt, in ihrer Weltanschauung konservativ zu sein,, anders feiken. Denken vielleicht, wie Dostojewski es einst ausgesprochen hat: -»Nicht wir sollen zum Volk herabsteigen, sondern das Volk soll zu uns herangezogen werden". — *"* Die Gestaltung unseres inneren Korporationslebens denken wir uns folgendermaßen: Wir wollen uns nicht künstlich von der Welt abschießen, sondern uns jüdisch ausleben. Wir reiten nicht aut der Kneipt w'tt auf einem Prinzip herum, aber wir Tiaben die Empfindung, ciaß man auch bei einem Glase Bier oder Wein froh uind heiter jüdisch werden £ann. \Xir singen jüdische Lieder und kommen uns so menschlich näher, w«rden Bundesbrüder im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kenne das Verhältnis der anderen Kartellverbindungeu /u i$L*re\ Altherrenschaft nicht so genau wie das unsrige, aber sicherlich kaon es nicht intimer, herzlicher und jüdischer sehr*, als es bei uns schon ist asntf mit immer mehr Alten Herren wird. Und bei uns sind gerade wiederum' die meisten der Alten Herauf die ihren selbständigen Altherrenbund haben' wollen und damit keäEie Spaltung innerhalb des Kartells herbeizuführen trachten, sondern nur eärae notwendige Differenzierung der Arbeitsmethoden bei einer Einheit des Zkls. Anläßlich des bevorstehenden Purimfestes lasen wir bei A. H. Kirschner aus dem Buche Esther. Demnächst wird bei ihm ein Kurs über aL'ie -sozialen Forderungen der Bibel heginnen. Herr Ciffrin hat den hebräisdfcen Unterricht für unsere Aktivitas übernommen. Wanderungen werden?eit einiger Zeit wieder wie früher eingeführt d. h. durchschnittlich jeätn ersten bis zweiten Sonntag. So leben wir in unserem V. J. St. Berlin. Wir haben volles Verständnis und Freude über den Entschluß etes mannhaiten Zionisten — ich denke an unseren A. H. Zlocisti — der sich nicht intensiviert, sondern exterritorisiert. Botho Leopold

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