Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Präsidiums 125 nicht eingezogenen Aktiven entweder ihre Einziehung in kürzester Zeit erwarteten oder aber als feindliche Ausländer den Universitätsort nicht wechseln durften. Auch die Vertretung des Kartells nach außen hat im Kriege nicht die Bedeutung gewonnen, die ihr im Frieden beigemessen wurde. Unser Verhältnis zum K. Q hat sich im großen und ganzen auf die literarischen Kämpfe ber schränkt, die aus dem „Jüdischen Willen" bekannt sind. In Königsberg haben Verhandlungen stattgefunden, die zur Aufhebung des Verrufs zwischen der Maccabaea und der K. C.¬ Verbindung und zum Abschlüsse eines Schiedsabkommens führten, durch das Mensuren nach Möglichkeit verhindert werden sollen. Der K. C. war auch an das Präsidium mit der Anregung herangetreten, derartige Verhandlungen mit Gültigkeit für das ganze Kartell zu führen, ist jedoch von seinem Vorhaben gleich wieder zurückgetreten. Heftige Zusammenstöße in der Keilarbeit hat es nicht gegeben. Mit den anderen jüdisch-studentischen Organisationen ist es zu Auseinandersetzungen in keiner Weise gekommen. Was die nicht-jüdischen Studenten-Verbände anbetrifft, so hat hier der Burgfriede im allgemeinen keinerlei Konflikt aufkommen lassen; eine Mensur ist in der ganzen Kriegszeit von keinem Bundesbruder ausgefochten worden. Von ungleich größerer Bedeutung war naturgemäß unser Verhältnis zu den allgemeinen jüdischen Organisationen. Mit diesen Fragen haben sich zahlreiche Präsidiumssitzungen beschäftigt. Was zunächst die Zionistische Vereinigung für Deutschland und das A. C. anbetrifft, so waren die Beziehungen naturgemäß so eng, wie es nur irgend denkbar war. Zahlreiche Bundesbrüder arbeiten bekanntlich an den verschiedensten Stellen der Bewegung mit. Von entscheidender Bedeutung für uns ist die neuentstandene national-», jüdische Jugendbewegung in Deutschland. Inwieweit sie auf das Kartell gewirkt hat, soll unten dargestellt werden. Für das Präsidium handelte es sich einmal darum, sich mit der Blau- Weiß-Frage auseinanderzusetzen, andererseits darum, für manche vernachlässigten Organisationen, so die Turnerschaft, nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß Bundesbrüder zur Mitarbeit veranlaßt wurden. Unsere Beziehungen, zu jüdischen Organisationen nichti nationaler Prägung sind natürlich von erheblich geringere-eB