Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537721-3537728--4196-3541941- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Jüdische Student 79 * In Eschwege a/Weira ist zur Zeit die Stelle eines Rabbiners frei, öebalt 4500—5000 M., um je 300 M. alle paar Jahre steigend bis 700O M. Eschwege hat 13000 Einwohner, für seine Größe sehr lebhaftes, angenehmes Städtchen in schöner gebirgiger Gegend, zwischen Cassel, Göttingen, Eisenach. Die Gemeinde hat ca. 500 Seelen, darunter ziemlich viel Orthodoxe. Der Synagogenbetrieb ist streng orthodox. Es gibt dort eine jüdische Volksschule mit einem Lehrer; diese wird von fast allen (auch den besser situierten) jüdischen Kindern als Vorschule benutzt. Ferner ist dort noch ein Kantor. Am Ort Realschule, Gymnasium und Lyceum, ap denen der Rabbiner Religionsunterricht gib*. Am Orfe ferner eine Bne-Brith Loge und eine Reihe netter jüdischer Familien (2 Anwälte, 1 Arzt, mehrere Fabrikanten und Graßkaufleute). Im übrigen ist die Kurhessische Judenheit kein sehr sympathischer Schlag. Zionistisch ist dort nichts los; nur einige junge Leute sind Zionisten. Zu näherer Auskunft bin ich gern bereit. Könnte auch gegebenenfalls einige einflußreiche Personen angeben und mich bei ihnen verwenden. Fritz Peyser Der Vater unseres gefallenen Bundesbiuders Kurt Cohn stellt uns die hinterlassenen medizinischen Werke seines Sohnes für einen bedürftigen jüdischen Studenten gratis zur Verfügung. Interessenten wollen sich an Herrn Cohn, Charlottenburg, Neue Kantstr. 22, wenden. f--------------------------............"—""" 1 Hilde Preuss Dr. Fritz Löwenstein Verlobte i j Berlin, im November 1917 t _ ______________________ Nachtrag Die Eltern von Alfred Wolff, der in einem Massengrab beerdigt ist, haben den sehnlichen Wunsch, seine Leiche nach der Heimat überführen zu lassen. Die Lage des Grabes ist genau bezeichnet. Der Armeerabbiner glaubt aber, daß seine Bemühungen nur dann erfolgreich sein werden, wenn er in der Lage ist, Fälle anzuführen, in denen Ausgrabungen aus Massengräbern stattgefunden haben, was grundsätzlich nicht mehr zugelassen sein soll. Ich bitte daher Bundesbiüder, denen derartige Fälle bekannt sind, an die Adresse des Präsidiums möglichst eingehende Mitteilungen zu machen. Biuno Kirschner Redaktion: Erich Cohn, Büro des K. J. V., Berlin W. 15, Sächsischeste 8 Buchdruckerei Wilhelma R. Saling & Co., Berlin SW. 68, Hollmannstraße No. io.