Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 3 Wendriner, Heinz — Wolff, Frifz W ol 1 s tein, Georg — Wunderlich, Albert \— ZI o c i s t i, Theodor — Zysmann, Hans. — Im ganzen 172 Teil nehm er. — Sollte die Liste nicht voltständig sein, so wird um Mitteilung fehlender Namen gebeten. Protokoll I. Tag; Vormittag Egon Rosenberg: Liebe BundesbrüderI Als wir vor einem' Jahre einen sogenannten K. J. V.er-Tag veranstalteten, hofften wir, daß es sich, um eine einmalige außerordentliche Tagung handle, durch die lange Dauer des Krieges notwendig, um endlich einmal im größeren Kreis von Bundesbrüdern das neue Kartell in Erscheinung treten zu lassen. Wir hofften, oaß bald ein ordentlicher Kartelltag die Friedensarbeit des Kartells einleiten werde. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt, und noch immer im Kriege, müssen wir wieder durch einen K. J. V.-Tag versuchen, die Gelegenheit des Zusammentreffens möglichst vieler Bundesbrüder m schaffen. Mit freudigem Herzen sehen wir!so viele unserer Bundesbrüder hier versammelt. Doch mit schwerem Herzen 'heißen wir Euch w i 11 k o m - m e n, weron wir der anderen gedenken, die heute fern von uns sind, vielleicht in Gefahr, und sicher mit ihren Gedanken bei uns, wie wir mit den unseren bei ihnen. Daß Ihr gekommen seid, liebe Bundesbrüder, daß Ihr so selbstverständlich einen Teil Eurer kurz bemessenen Urlaubszeit uns und dem Kartell schenkt, danken wir Euchherzlich. Wir haben es auch nicht anders erwartet. Das K. J. V. ist uns die jüdische Heimat, und wenn Ihr zum K. J. V.er- Tag gekommen seid, habt Ihr fnur Euren H e i m a t s Urlaub richtig erfüllt. So wie Euch in Euren flFamilien. die jüdische Familknliebe, glücklich Euch w enigstens für kurze Zeit wieder i'zu haben, entgegenströmt, so tritt! Euch auch hier die brüderliche Freude entgegen, Euch nach so langer Trennung wieder in unserer Mitte zu sehen. Dieser fürchterliche Krieg, der so Viel zerstört hat, hat uns. erst recht die Bedeutung und das Wesen unseres Zuslammenschliusses klar gemacht. Er hat es nicht vermocht, unseren inneren Zusammenhang zu lockern. Die großen umwälzenden Vorgänge der Geschichte, an denen wir teilnehmen, haben nicht für einen Augenblick unser lebendiges Interesse m unserem Bund zu übertönen vermocht. Wie die zionistische Organisation, die Zersplitterung einer Welt überbrückend, in dem« Chaos bestehen blieb, -hat unser Kartell seine Lebensintensität in keiner Stunde dieses Krieges verringert. Wir sind auseinandergerissen worden, und sofort spannen sich die Fäden unserer menschlichen und geistigen Gemeinsamkeit von einem zum anderen und von allen zum Kartell. Wo nur irgend einige wenige Bundes*