Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537721-3537725--4044-3541786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
worden. Dr. Apfels Eirileituhgsrede begründete aus allgemeinen jüdischen Notwendigkeiten, daß auch die jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands sich näherkommen müßten. Er sprach Vom amerikanischen Kongreß, von jüdischen Palästinaizielen und ähnlichem, sprach von den: Organisationen der Alten, Zentralverein iigw., mit denen man schwer zusammengehen könne, und meinte, daß vor allem die Jugendorganisationen sich zusammenfinden müßten1. Das zu erstrebende Ziel seien regelmäßige Tagungen der jüdischen Jugend in Deutschland und als äußerstes und letztes der jüdisch-- deutsche Kongreß. Die erste Vorbedingung sei, daß die anderen Organisationen — die orthodoxen, liberalen und der K. C. — zustimmten, mit denen ,er noch nicht gesprochen hatte. Er schlug vierteljährliche Besprechungen vor zur Feststellung, ob Arbeitsmöglichkeiten vorhanden seien. Er zählte dann alle Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit auf: Hebräisch und jüdische Geschichte als Erziehungsmittel, Vereinheitlichung turnerischer und sportlicher Arbeit, gemeinsames Kennenlernen des Ostjudentums, Kampf gegen den Antisemitismus1 und ähnliches. Wir traten ihm sehr kühl und reserviert entgegen und setzten damit das meiste durch. Wir erklärten unsere Bereitwilligkeit unter zwei Voraussetzungen: 1. Wir würden nur von Fall zu Fall entscheiden, wo für uns eine Zusammenarbeit möglich sei, insbesondere sei es uns zweifelhaft, ob das beim Kampf gegen den Antisemitismus möglich sei, 2. wir lehnten dje neutralen Jugendbünde als Leiter ab und schlugen;statt dessen Dr. Apfel persönlich vor. Fräulein Cora Berliner erklärte unsere Bedingungen für unannehmbar. Herr Dr. A p f e 1 nahm sie jedoch an. Im Herbst wird Herr Dr. Apfel zunächst mit den anderen Organisationen verhandeln. Palästina-Hilfswerk Die Bundesbrüder in Heidelberg und Berlin haben Aktionen zur Unterstützung der Sammlung für die Evakuierten in Palästina unternommen. Die neun Bundesbrüder der V. J. S t. Iv r i a Heidelberg haben unter sich 550 Mark aufgebracht und außerdem eine erfolgreiche Propaganda unter den jüdischen Studenten und Studentinnen der Heidelberger Universität unternommen. Sie habfeti ferner, eine Vorlesung von Martin Buber zugunsten des Palästina* Hilfswerks mit gutem Ergebnis (über 200 Mark) veranstaltet. In Berlin wurden nacfi einem Vortrag von Bbr. Löiwienstein von den anwesenden Aktiven und Inaktiven über 700 Mark gezeichnet. Die eingeleitete Arbeit unter den andern Berliner Büßctesbrüdern, sowie unter Verwandten und Bekannten der 'Bundesbrüderverspricht gute Ergebnisse. Außerdem muß jeder Bundes*